Motiv "Familienehre": Urteilsverkündung nach Bluttat an dreifacher Mutter

Memmingen - Im Prozess um das Gewaltverbrechen an einer dreifachen Mutter will das Landgericht Memmingen am Donnerstag das Urteil verkünden.

19.10.2017: Polizisten durchsuchen eine Wohnung, nachdem zwei Monate zuvor eine 35 Jahre alte Frau verschwunden war. Wenige Tage später entdeckte die Kripo die Leiche der dreifachen Mutter im Vorort Memmingerberg.
19.10.2017: Polizisten durchsuchen eine Wohnung, nachdem zwei Monate zuvor eine 35 Jahre alte Frau verschwunden war. Wenige Tage später entdeckte die Kripo die Leiche der dreifachen Mutter im Vorort Memmingerberg.  © DPA

Der Ehemann der Frau und dessen Bruder sind wegen gemeinschaftlichen Mordes an der 35-Jährigen angeklagt.

Die Staatsanwaltschaft hat für beide Männer eine lebenslange Haft und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld verlangt. Dies würde bedeuten, dass die Angeklagten voraussichtlich nicht bereits nach 15 Jahren Haft freigelassen werden könnten.

Der 51 Jahre alte Ehemann hatte zu Beginn des Prozesses im vergangenen September zugegeben, seine Partnerin umgebracht zu haben. Sein Anwalt sieht nur einen Totschlag und hat eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und drei Monaten gefordert.

Der Verteidiger des Bruders verlangte einen Freispruch, weil sein Mandant nicht bei der Tat dabei gewesen sei.

Gericht verkündet Urteil nach Bluttat an dreifacher Mutter

Auslöser des Verbrechens soll eine neue Beziehung der Syrerin gewesen sein. Die Frau lebte bereits längere Zeit in Memmingen. Die beiden Angeklagten sind ebenfalls syrischer Abstammung, haben aber die deutsche Staatsbürgerschaft. Laut Anklage sahen die Männer durch die Trennungspläne der Frau die Familienehre in Gefahr und wollten Unterhaltszahlungen vermeiden.

Die Frau war im Sommer 2017 plötzlich verschwunden. Einige Wochen später wurde die Leiche in einem Schacht bei der Festhalle im benachbarten Memmingerberg entdeckt. Die Tote war mit Bauschutt und Sand überschüttet worden.

Update: Brüder wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt

Im Landgericht Memmingen sitzen Elias (r) und Salim S. auf der Anklagebank.
Im Landgericht Memmingen sitzen Elias (r) und Salim S. auf der Anklagebank.  © DPA

Wegen Mordes an einer 35 Jahre alten dreifachen Mutter sind zwei Brüder am Donnerstag vom Landgericht Memmingen zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Die beiden Angeklagten waren der Ehemann und der Schwager des Opfers. Die Frau hatte eine längere Beziehung zu einem neuen Mann und wollte sich scheiden lassen. Die Brüder wollten nach Überzeugung der Richter vermeiden, dass die Kinder mit der Frau aus der Familienwohnung ausziehen.

Die Strafkammer folgte mit dem Urteil weitgehend den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Der 51 Jahre alte Ehemann hatte zu Beginn des Prozesses im vergangenen September zugegeben, seine Partnerin mit einem Kabelbinder erdrosselt zu haben. Sein Anwalt sah nur einen Totschlag und hatte eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und drei Monaten gefordert.

Der Verteidiger des neun Jahre älteren Bruders verlangte in dem Verfahren einen Freispruch, weil sein Mandant nicht an der Tat beteiligt gewesen sei. Dieser Darstellung folgte das Gericht nicht. Der Vorsitzende Richter betonte, dass beide Männer gemeinsam das Verbrechen geplant und ausgeführt hätten.

Titelfoto: DPA

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