Darum drohen WhatsApp-Nutzern ab nächster Woche hohe Bußgelder

Menlo Park - Nicht nur privat nutzen Millionen Deutsche WhatsApp, auch in Unternehmen hat der Messenger-Dienst längst Einzug gehalten. Das könnte einige bald jedoch teuer zu stehen kommen.

Wer WhatsApp im Job nutzt, riskiert ab dem 25. Mai Ärger.
Wer WhatsApp im Job nutzt, riskiert ab dem 25. Mai Ärger.  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Denn mit Inkrafttreten der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU droht Betrieben, die WhatsApp auf Firmenhandys nutzen, großer Ärger. Die neue Richtlinie verbietet, Daten von Kunden weiterzugeben, ohne dass diese ausdrücklich zugestimmt haben.

Genau das sei aber bei WhatsApp der Fall, wie Markus Peifer, Datenschutzexperte beim Zentralverband des Deutschen Handwerks ZDH, gegenüber "Welt" erklärt. "WhatsApp greift auf sämtliche Kontaktdaten des Verwenders zu und erhält auf diese Weise Zugang zu Kontaktdaten sogar von Personen, die selbst nicht Nutzer von WhatsApp sind."

Das Problem bestehe vor allem darin, dass WhatsApp Zugriff auf das komplette Adressbuch hat und alle Kontakte darauf überprüft, ob sie die App bereits installiert haben oder nicht.

Auf beruflich genutzten Handys wird das zum Problem, weil der Datenaustausch aus rechtlicher Sicht dann zwischen zwei Firmen stattfindet. Das wiederum setzt eine ausdrückliche Zustimmung aller betroffenen Kontakte voraus, die aber in den meisten Fällen nicht vorliegt.

Datenschutzexperte Peifer rät, "sich von Anfang an rechtskonform zu verhalten". Sonst könnten empfindliche Strafen drohen, denn der Bußgeldrahmen bei Datenschutzverstößen sei hoch. Wer als Unternehmen auf Nummer sicher gehen will, sollte künftig ganz auf den Messenger verzichten.

Wirksam wird die neue Datenschutz-Grundverordnung ab dem 25. Mai. Die Datenverarbeitung für rein persönliche und familiäre Zwecke bleibt davon allerdings unberührt.

Titelfoto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa