WhatsApp schränkt beliebte Funktion für alle rigoros ein

Menlo Park - Ob nervige Kettenbriefe, angebliche Gutscheine oder gefakte Videos: Die Weiterleiten-Funktion bei WhatsApp wird oft missbräuchlich genutzt. Deshalb geht der Messenger jetzt einen radikalen Schritt.

Das gleichzeitige Weiterleiten von WhatsApp-Nachrichten wird begrenzt.
Das gleichzeitige Weiterleiten von WhatsApp-Nachrichten wird begrenzt.  © 123RF

Denn was im Juli schon für WhatsApp-Nutzer in Indien Realität wurde (TAG24 berichtete), gilt ab sofort weltweit: Die Weiterleitung von Nachrichten ist nur noch an maximal fünf Kontakte auf einmal möglich. Vorher waren es 20. Darauf weist "WABetaInfo" hin.

Die neue Einschränkung betrifft sowohl Textnachrichten als auch Fotos, Links und Videos. Sie gilt für alle Versionen von WhatsApp und alle Nutzer weltweit.

Damit soll der Messenger künftig noch sicherer werden. Falschmeldungen, Phishing-Nachrichten oder Spam könnten damit nicht mehr rasend schnell in Umlauf gebracht werden, so die Hoffnung. Das war zuletzt ein immer größeres Problem.

Coronavirus in NRW: Inzidenz sinkt weiter, alle Kreise und Städte jetzt unter 35!
Coronavirus Coronavirus in NRW: Inzidenz sinkt weiter, alle Kreise und Städte jetzt unter 35!

Da gab es zum Beispiel den Kettenbrief "Momo", der den Nutzern schlaflose Nächte bereiten sollte. In jüngster Zeit machte ein Weihnachtskettenbrief die Runde, der User dazu verführte, ein Bild vom Weihnachtsmann als Profilfoto einzustellen - wohl in der Absicht, hinterher dreist abzukassieren.

Auch angebliche Gutscheine, etwa von der Drogeriekette dm oder dem Modehändler H&M, wurden über WhatsApp schon verbreitet. Dahinter steckte dann aber meist eine betrügerische Website.

WhatsApp als Waffe: So titelte eine indische Zeitschrift im Juli dieses Jahres.
WhatsApp als Waffe: So titelte eine indische Zeitschrift im Juli dieses Jahres.  © Nick Kaiser/dpa

Ausgangspunkt für die eingeschränkte Weiterleitung waren aber Todesfälle in Indien. Das Land ist mit 200 Millionen Nutzern der größte Markt für den beliebten Messenger. Doch es kam hier wiederholt zu Lynchmorden, die durch Fake-News auf WhatsApp ausgelöst worden waren (TAG24 berichtete).

Damals begrenzte WhatsApp die Zahl der Kontakte, an die Nachrichten gleichzeitig weitergeleitet werden dürfen, probeweise und erklärte: "Wir glauben, dass diese Änderungen - die wir weiterhin evaluieren - dazu beitragen werden, dass WhatsApp das bleibt, als was es konzipiert wurde: eine private Messaging-App."

Nun hat sich dieser Test wohl so weit bewährt, dass das Limit für alle Nutzer des Messenger-Dienstes gelten soll. Zuvor hatte WhatsApp bereits die Kennzeichnung von weitergeleiteten Nachrichten flächendeckend eingeführt.

In dem Zusammenhang rief das Unternehmen seine Kunden dazu auf, im eigenen Interesse vorsichtig zu sein: "Denke bitte auch daran, dass du Spam melden und Kontakte ganz einfach blockieren kannst."

Titelfoto: 123RF

Mehr zum Thema WhatsApp:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0