Türsteher verteidigt sich: Polizisten mit "angreifenden Nazis" verwechselt?

Berlin - Der Polizeibericht liest sich fast wie die Geschichte eines Stellungskriegs, doch aus Sicht des betroffenen Berliner Clubs "Mensch Meier" war alles ganz anders.

Die Berliner Polizei versuchte gemeinsam mit dem Zoll den Club zu kontrollieren. (Symbolfoto)
Die Berliner Polizei versuchte gemeinsam mit dem Zoll den Club zu kontrollieren. (Symbolfoto)  © Tim Brakemeier/dpa

Am Samstagabend wollte der Zoll den Berliner Club "Mensch Meier" in Prenzlauer Berg auf Schwarzarbeiter kontrollieren (TAG24 berichtete). Dabei sprühte ein Türsteher einige Beamten mit Reizgas voll. So weit gehen die Fakten, auf die sich anscheinend sowohl Polizei, als auch Clubbetreiber noch ungefähr einigen können.

Dann gehen die Meinungen über die Geschehnisse allerdings weit auseinander.

Die Sicht der Berliner Polizei:

Aufgrund eines anonymen Hinweises auf "illegale Beschäftigung und Schwarzarbeit" (wie "Neues Deutschland" berichtet), will der Zoll den Club "Mensch Meier" in der Storkower Straße in Prenzlauer Berg kontrollieren. Zur Unterstützung mit dabei: Teile eine Einsatzhundertschaft. Laut Polizei stand der Eingang zum Club bei ihrer Ankunft offen.

Beim Anblick der Einsatzkräfte soll der Türsteher allerdings die Türe geschlossen haben und die Polizisten durch einen Spalt in der Türe mit Pfefferspray besprüht haben. Auch nachdem die Beamten sich schließlich Zugang verschafften, soll der Sicherheitsmann weiter gesprüht haben.

Insgesamt sechs Polizistinnen und Polizisten mussten nach den Attacken im Krankenhaus behandelt werden und ihren Dienst abbrechen.

Sicherheitspersonal hielt Polizei angeblich für "angreifende Nazis"

Der Türsteher sprühte daraufhin angeblich mit Reizgas auf die Beamten. (Symbolfoto)
Der Türsteher sprühte daraufhin angeblich mit Reizgas auf die Beamten. (Symbolfoto)  © 123RF

Die Sicht des Berliner Clubs "Mensch Meier":

Am gestrigen Montagvormittag veröffentlichte der Club "Mensch Meier" ein Statement auf Facebook. Darin liest sich die Geschichte etwas anders.

So sollen mehrere "Mitarbeiter*innen" von den Einsatzkräften "angegangen" worden sein, ohne sich als solche erkannt gegeben zu haben. Darauf hin soll sich das Sicherheitspersonal in das Kassenhäuschen zurückgezogen haben. Weiter heißt es in dem Statement, die zivilen Einsatzkräfte wirkten auf den Türsteher wie "angreifende Nazis", er habe sich lediglich verteidigt.

Die daraufhin stürmende Hundertschaft der Polizei sollen darauf hin das Kassenhäuschen gestürmt und alle anwesenden Personen zusammengetrieben haben. Laut "Mensch Meier" unter Bedrohung mit Schusswaffen. Dabei sollen Türen aufgebrochen und Menschen verletzt worden sein. Man prüfe nun Rechtsmittel gegen den Einsatz.

Während sich andere Berliner Clubs mit dem "Mensch Meier" solidarisieren, widerspricht die Berliner Polizei auf Nachfrage von "Neues Deutschland" diesen Ausführungen: Die öffnenden Polizisten hätten Dienstkleidung getragen.

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