Pfefferspray-Angriff auf Polizisten: Türsteher kommt aus linker Szene

Berlin - Nach der Attacke auf Polizisten am Samstag gibt es nun neue Hinweise auf die Vergangenheit des Türstehers. Saß er bereits vorher aufgrund von Gewalttaten im Knast?

Immer wieder gibt es Ärger in der Rigaer Straße in Berlin. Bei einer Razzia soll Marek "Isa" M. damals verhaftet worden sein.
Immer wieder gibt es Ärger in der Rigaer Straße in Berlin. Bei einer Razzia soll Marek "Isa" M. damals verhaftet worden sein.

Es war ein turbulenter Samstagabend vor und im Club "Mensch Meier" (Prenzlauer Berg)!

Im Rahmen einer Zollkontrolle wollte eine Hundertschaft der Polizei in den Club eindringen, der Türsteher ließ das allerdings nicht zu und sprühte Pfefferspray durch einen Türschlitz auf die Polizisten. Aus Sicht des "Mensch Meier" zur Verteidigung, da sich die Polizisten nicht als solche ausgewiesen hätten. Der Türsteher hätte die Einsatzkräfte für angreifende Nazis gehalten (TAG24 berichtete).

In den sozialen Medien und auch durch die Solidarisierung anderer Berliner Clubs mit dem "Mensch Meier" schlug die Geschichte so hohe Wellen, dass sie die Berliner Polizei auf Facebook erneut dazu äußerte (der Post ist inzwischen nur noch auf Twitter zu finden, Ihr findet ihn unter diesem Text).

"Wenn nun aber unsere uniformierten Kolleginnen und Kollegen (...) mit reflektierenden Polizeiwesten an der Tür klopfen und rufen "POLIZEI! Öffnen Sie die Tür!", dann ist die Aufforderung unmissverständlich und ihr ist nachzukommen.", heißt es darin.

Hinweise auf den Hintergrund des Türstehers

In dem Post war auch die Rede davon, dass der Türsteher eine "amtsbekannte" Person sei.

Laut Informationen des "Berliner Zeitung" soll es sich bei dem Sicherheitsmann um den 42-jährigen Marek M. handeln. In der linksradikalen Szene werde er "Isa" genannt, als eine Art Märtyrer stilisiert. Er soll auch Türsteher einer Einrichtung in der berüchtigten Rigaer Straße gewesen sein.

Besonders schockierend ist, dass Marek M. bereits im September 2018 zu anderthalb Jahren Haft verurteilt wurde. Wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung, Beleidigung und: tätlichen Angriffs auf Polizisten!

Er soll unter anderem einen 54-Jährigen vor einer Bäckerei in der Rigaer Straße verprügelt und schwer verletzt, nur wenige Tage später dann auch einen Polizisten attackiert haben. Für "Isa" formierte sich schnell Unterstützung in linken Kreisen. Ihr Argument: Die Anklage sei nur konstruiert worden, in einem Versuch zu spalten, zu entpolitisieren und die Rigaer 94 zu diffamieren.

Die Haftstrafe ist noch nicht rechtskräftig, da Berufung gegen das Urteil eingelegt wurde.

Nach diesem Samstagabend kommt nun aber auf jeden Fall ein weiteres Ermittlungsverfahren hinzu: mal wieder wegen gefährlicher Körperverletzung.

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