Mercedes verschwindet von Lidl-Parkplatz und landet in Schrottpresse

Vom Parkplatz einer Lidl-Filiale auf der Sonnenallee in Berlin wurde der Mercedes abgeschleppt (Symbolbild).
Vom Parkplatz einer Lidl-Filiale auf der Sonnenallee in Berlin wurde der Mercedes abgeschleppt (Symbolbild).

Berlin – Kaum zu glauben, aber wahr. Ein Berliner soll sein Auto in eine Werkstatt auf der Sonnenallee gegeben haben, um das Schiebedach zu reparieren, doch er sah es nie wieder. Der Mercedes landete in der Schrottpresse.

Wie der Berliner Kurier berichtet, gab der ehemalige American-Footballer Richard Yancy (38) im Jahr 2013 seine 15 Jahre alte A-Klasse in die Werkstatt. Nach einigen Tagen wurde er angerufen, ob er sein Auto abgeholt hätte. Hatte er nicht.

Die Werkstatt habe es angeblich aus Platzmangel auf den benachbarten Lidl-Parkplatz gestellt und von dort war es verschwunden. Nach einigen Telefonaten mit der Polizei, Abschleppdiensten und Lidl erfuhr Yancy, sein Auto wurde von dem Parkplatz abgeschleppt. Damit aber nicht genug, es wurde direkt verwertet. Soll heißen: Es kam in die Schrottpresse.

So war er von einem Tag auf den anderen sein Auto los, ohne dass ihn jemand kontaktiert und über eine bevorstehende Verschrottung informiert hätte.

So ein blauer Mercedes A-Klasse, Baujahr 1999 ging direkt vom lidl-Parkplatz in die Schrottpresse.
So ein blauer Mercedes A-Klasse, Baujahr 1999 ging direkt vom lidl-Parkplatz in die Schrottpresse.  © DPA

Das wollte der Besitzer nicht auf sich sitzen lassen. Er verklagte den Discounter auf 6000 Euro Schadenersatz, was aber in der ersten Instanz vor dem Landgericht abgelehnt wurde. Er ging in Berufung, diese wurde jetzt vor dem Kammergericht behandelt.

Der Anwalt von Lidl behauptete bei der Verhandlung, dass es sich "um eine Autoschiebersache" gehandelt habe. Demnach hätte der Benz ein halbes Jahr ohne Kennzeichen, dafür mit einem Weihnachtsbaum im Innenraum auf dem Parkplatz gestanden. Außerdem sei das Auto nicht versichert gewesen und es sei auch nicht klar, ob Richard Yancy überhaupt der Eigentümer des blauen Mercedes sei.

Alles nicht wahr, behauptet der Besitzer. Doch er verlor auch die Berufung, allerdings nur, weil er sich mit seinem Anwalt überworfen hatte und die Richterin wegen des fehlenden Anwalts ein Versäumnisurteil fällte, so der Berliner Kurier.

Deshalb stellte die Richterin auch klar, dass er mit einem Anwalt gute Chancen hätte, Schadenersatz von Lidl zu bekommen. Zwar nicht die geforderten 6000 Euro – das sei angesichts des Autoalters eine überzogene Forderung – doch ein kleinerer Betrag sei durchaus möglich.

Lidl habe mit dem Abschleppen und anschließenden Verschrotten das Selbsthilferecht weit überschritten, so die Richterin.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0