Meşale Tolu bei Buchvorstellung in Ulm: Politische Lage in der Türkei besorgniserregend

Ulm - Zwei Jahre nach ihrer Festnahme in der Türkei hat Meşale Tolu ein Buch über ihre Gefangenschaft und ihren Einsatz für die Pressefreiheit veröffentlicht.

Die 35-jährige Journalistin wurde in Ulm geboren und liest am Mittwochabend in der Stadt an der Donau aus ihrem neuen Buch.
Die 35-jährige Journalistin wurde in Ulm geboren und liest am Mittwochabend in der Stadt an der Donau aus ihrem neuen Buch.  © DPA

Am Mittwoch (19 Uhr) stellt die deutsche Journalistin kurdisch-türkischer Herkunft ihren Bericht mit dem Titel "Mein Sohn bleibt bei mir!" im Rahmen einer Lesung in ihrer Heimatstadt Ulm vor.

Das Buch ist am Dienstag im Hamburger Rowohlt Verlag erschienen - rund acht Monate nachdem die türkischen Behörden Tolu im vergangenen August die Ausreise nach Deutschland erlaubten.

Die Journalistin wurde Ende April 2017 wegen angeblicher Unterstützung von Terroristen in Istanbul verhaftet. Zeitweise war sie zusammen mit ihrem kleinen Sohn in einem Frauengefängnis eingesperrt.

In ihrem Buch berichtet sie laut Verlagsangaben "über die Brutalität von Polizei und Justiz, das Alltagsleben in der politischen Gefangenschaft zwischen Hoffnung und Verzweiflung, ihren Kampf um Freiheit für ihre Familie und ihren Einsatz für die Pressefreiheit".

Tolu: Politische Lage in Türkei besorgniserregend

Meşale Tolu stuft die politische Lage in der Türkei als besorgniserregend ein.
Meşale Tolu stuft die politische Lage in der Türkei als besorgniserregend ein.  © DPA

Update 20.20 Uhr: Die politische Lage in der Türkei ist nach Einschätzung der in Istanbul wegen Terrorpropaganda angeklagten deutschen Journalistin Meşale Tolu besorgniserregend.

"Oppositionelle, die sich gegen das undemokratische Regime wehren - unter ihnen Journalisten, Akademiker, und Ärzte - sind weiter Repressionen ausgesetzt", sagte Tolu am Mittwochabend der Deutschen Presse-Agentur in Ulm.

Auch angesichts der damit verbundenen Risiken habe sie noch nicht entschieden, ob sie zur Fortsetzung ihres Prozesses am 23. Mai in die Türkei reisen werde, sagte Tolu am Rande der ersten Lesung ihres am Vortag veröffentlichten Buches über ihre Festnahme und Haftzeit in Istanbul.

"Seit ich wieder in Deutschland bin, rede und schreibe ich frei über die Lage in der Türkei. Und jeder kritische Artikel könnte dort natürlich als Präsidentenbeleidigung ausgelegt werden."

Titelfoto: DPA

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