Messerangriff und rassistische Parolen: Täter muss jetzt doch in den Knast!

Rostock - In dem Berufungsprozess um einen lebensgefährlichen Messerangriff auf einen Syrer im vergangenen Sommer ist der Angeklagte jetzt zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt worden.

Mit diesem Bild suchte die Polizei nach einem der Täter.
Mit diesem Bild suchte die Polizei nach einem der Täter.  © Polizei Rostock

Das Landgericht Rostock hob am Freitag ein früheres Urteil zu knapp zwei Jahren auf Bewährung gegen den damals 29-Jährigen auf, wie der Richter erklärte.

Gegen das Strafmaß der früheren Entscheidung hatte die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt und eine Haftstrafe gefordert.

Im Sommer 2018 hatten der erheblich vorbestrafte Haupttäter und ein 40-jähriger Mittäter den Ermittlungen zufolge in einem S-Bahn-Tunnel in Rostock zunächst rassistische Parolen gerufen (TAG24 berichtete).

Als der damals 21 Jahre alte Syrer sie dafür habe zur Rede stellen wollen, sei er geschlagen und von dem jüngeren Angeklagten schließlich mit einem Messer angegriffen worden.

Dabei wurde der Syrer lebensgefährlich an Brustkorb und Lunge verletzt.

Der zweite Angeklagte soll auf den jungen Mann eingeschlagen haben. Er war vom Amtsgericht zu einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Dieses Urteil wurde allerdings nicht neu verhandelt.

Die Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt, Lobbi, hatte das erste Urteil als Entscheidung "mit verheerender Signalwirkung" kritisiert und monierte, dass das Gericht ein rassistisches Motiv nicht für erwiesen gehalten habe.

Der verletzte Syrer war Lobbi-Angaben zufolge zum Studieren nach Rostock gekommen und nach dem Angriff wieder weggezogen. Er leide bis heute unter der Tat.

Einer der Angeklagten mit seiner weiblichen Begleitung.
Einer der Angeklagten mit seiner weiblichen Begleitung.  © Polizei Rostock

Titelfoto: Polizei Rostock


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