Bürgermeister hat nach brutaler Messerattacke Mitleid mit Täter

Am Hals wurde der Bürgermeister Andreas Hollstein (CDU) verletzt.
Am Hals wurde der Bürgermeister Andreas Hollstein (CDU) verletzt.  © DPA

Altena - Der mit einem Messer attackierte Bürgermeister von Altena, Andreas Hollstein, hat nach eigenen Worten Mitleid mit dem Täter.

"Er hat sein Leben verpfuscht", sagte Hollstein der Onlineausgabe der "Passauer Neuen Presse". Die wirklichen Täter seien "die Brunnenvergifter, die man auch aus den sozialen Netzwerken kennt. Es gibt eine zunehmende Verrohung in der Gesellschaft." Dennoch betonte der CDU-Politiker: "Ich mache weiter."

Hollstein war am Montagabend in einem Imbiss in der sauerländischen Stadt mit einem Messer attackiert und leicht am Hals verletzt worden (TAG24 berichtete).

Der Angriff hat laut Staatsanwaltschaft ein fremdenfeindliches Motiv. Hollstein ist für sein Engagement für Flüchtlinge bekannt. Gegen einen 56 Jahre alten Mann wurde am Dienstag Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund forderte die Einführung eines Straftatbestandes "Politiker-Stalking". "Der geltende Stalking-Paragraf 238 Strafgesetzbuch sollte um einen neuen Straftatbestand des 'Politiker-Stalkings' ergänzt werden", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg.

Andernfalls würden Führungspositionen in Politik und Verwaltung immer unattraktiver. "Hasskriminalität bedroht die staatlichen Ämter", so Landsberg.

Die Bürger in Altena bekundeten mit einer Lichterkette ihre Solidarität mit dem angegriffenen Bürgermeister.
Die Bürger in Altena bekundeten mit einer Lichterkette ihre Solidarität mit dem angegriffenen Bürgermeister.  © DPA

Titelfoto: DPA


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