17-Jährige von Ex-Freund erstochen: Lebenslange Haft gefordert

Flensburg - Im Prozess um tödliche Messerstiche auf die 17-jährige Mireille aus Flensburg werden am Donnerstag die Plädoyers erwartet.

Der Angeklagte (Mitte) sitzt beim Auftakt des Prozess Anfang September im Gerichtssaal zwischen seinem Anwalt Klaus Husmann und einer Dolmetscherin.
Der Angeklagte (Mitte) sitzt beim Auftakt des Prozess Anfang September im Gerichtssaal zwischen seinem Anwalt Klaus Husmann und einer Dolmetscherin.  © dpa/Carsten Rehder

Zuvor sind aber noch eine Beweisaufnahme von geringem Umfang vorzunehmen und einen Beweisantrag der Verteidigung zu bescheiden, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten, einem jungen Asylbewerber aus Afghanistan, vor, seine deutsche Freundin am 12. März 2018 aus niederen Beweggründen getötet zu haben (TAG24 berichtete).

Er sei eifersüchtig gewesen, weil die 17-Jährige eine andere Beziehung eingegangen sei.

Insgesamt 14 Mal soll er mit einem Küchenmesser zugestochen haben.

Der Angeklagte, der nach der Tat den Notruf abgesetzt hatte, schwieg bisher zu den Vorwürfen.

Seit Anfang Dezember wird der Prozess am Landgericht Flensburg geführt.

Update, 15.07 Uhr: Lebenslange Haftstrafe gefordert

Nach der Tat haben Angehörige und Freunde Blumenkränze und Grabkerzen vor dem Haus abgelegt, in dem die 17-jährige Mireille getötet wurde.
Nach der Tat haben Angehörige und Freunde Blumenkränze und Grabkerzen vor dem Haus abgelegt, in dem die 17-jährige Mireille getötet wurde.

Im Prozess um tödliche Messerstiche auf eine 17-Jährige in Flensburg hat die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes gefordert.

Die Vorwürfe gegen den Angeklagten hätten sich vollumfänglich bestätigt, sagte der Staatsanwalt am Donnerstag in seinem Plädoyer.

Seiner Überzeugung nach hat der beschuldigte Asylbewerber aus Afghanistan die junge Deutsche am frühen Abend des 12. März 2018 in ihrer Wohnung mit 14 Messerstichen getötet.

Er habe nicht hinnehmen wollen, dass Mireille sich von ihm getrennt und einem anderen Mann zugewandt habe.

Es gebe zwar weder ein Geständnis noch einen direkten Beweis für die Tat, etwa durch einen Augenzeugen.

Es gebe aber eine lückenlose Indizienkette, die für die Täterschaft des Angeklagten spreche.

Für den Staatsanwalt ist der junge Mann voll schuldfähig und nach dem Erwachsenenstrafrecht zu verurteilen. Er sei zum Tatzeitpunkt nicht wie behauptet heranwachsend gewesen, sondern mindestens 21 Jahre alt. Dies hätten Gutachten bestätigt. Der Nebenklägervertreter schloss sich der Forderung des Staatsanwalts an.

Der Verteidiger plädierte hingegen auf Freispruch. Seiner Ansicht nach bleiben Ungereimtheiten und auch die Indizien ließen einen anderen Schluss zu. Die Täterschaft seines Mandanten lasse sich nicht zweifelsfrei beweisen.

Der Angeklagte verlas im Anschluss an das Plädoyer seines Verteidigers in seiner Muttersprache sein letztes Wort. Darin beteuerte er seine Unschuld. Eine Dolmetscherin übersetzte.

Ein Urteil wird am 5. Februar um 14.30 Uhr verkündet.

Titelfoto: dpa/Carsten Rehder

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