Messerattacke wegen Sex mit vollverschleierter Frau auf Bahnsteig: So lautet das Urteil

Frankfurt am Main - Nach einer lebensgefährlichen Messerattacke aus Ärger über öffentlich ausgeübten Geschlechtsverkehr bei einem Bahnhof ist ein 21 Jahre alter Italiener am Donnerstag in Frankfurt zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Der 21-Jährige empörte sich darüber, dass ein Mann und eine vollverschleierte Frau auf einem Bahnsteig Sex miteinander hatten (Symbolbild).
Der 21-Jährige empörte sich darüber, dass ein Mann und eine vollverschleierte Frau auf einem Bahnsteig Sex miteinander hatten (Symbolbild).  © DPA (Fotomontage)

Das Landgericht ging von gefährlicher Körperverletzung und nicht – wie angeklagt – von versuchtem Totschlag aus, weil der Täter von sich aus nach vier Stichen in den Rücken die Attacke beendet hatte.

Der Angeklagte hatte sich im Mai vergangenen Jahres auf dem Bahnsteig von Oberursel im Taunus bei Frankfurt darüber mokiert, dass der später Verletzte Pakistaner an einem Container Sex mit seiner vollverschleierten Lebensgefährtin hatte (TAG24 berichtete).

In der S-Bahn kam es zu Auseinandersetzungen, die nach dem Ausstieg am Bahnhof von Frankfurt-Rödelheim in der Messerattacke endeten. Strafmildernd bewertete die Schwurgerichtskammer dabei den Umstand, dass der Angeklagte von seinem Kontrahenten massiv provoziert worden sei.

So habe er ihm unter anderen mit einer "Stinkefinger" bedacht und später mit Steinen nach ihm geworfen.

Prozess in Frankfurt: Verteidigung hatte Freispruch gefordert

Im Strafmaß blieb das Gericht hinter dem Antrag der Staatsanwaltschaft von dreieinhalb Jahren zurück. Die Verteidigung hatte dagegen in dem Prozess einen Freispruch gefordert.

Eine Notwehrsituation aber sahen die Richter in Frankfurt im Urteil nicht.

Titelfoto: DPA (Fotomontage)

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