Nürnberger Messerstecher saß zwei Stunden vor Tat in Haft

Nürnberg - Der nach Messerattacken auf drei Frauen in Nürnberg gefasste Tatverdächtige ist bereits vielfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

Thilo Bachmann (l-r), leitender Kriminaldirektor, Antje Gabriels-Gorsolke, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft, und Roman Fertinger, Polizeipräsident Mittelfranken bei der Pressekonferenz.
Thilo Bachmann (l-r), leitender Kriminaldirektor, Antje Gabriels-Gorsolke, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft, und Roman Fertinger, Polizeipräsident Mittelfranken bei der Pressekonferenz.  © DPA

"Wir haben 18 Vorverurteilungen im Bundeszentralregister", sagte Oberstaatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke am Sonntag in Nürnberg.

Vorwiegend gehe es um Diebstahl, aber auch um Betäubungsmitteldelikte, Brandstiftung, Betrug und Beleidigung - "ein Spaziergang quer durchs Strafgesetzbuch". Es habe auch eine Jugendstrafe wegen Vergewaltigung gegeben.

Vor der Tat habe der 38 Jahre alte Deutsche, der keinen festen Wohnsitz hatte, versucht, ein Messer zu stehlen. Dabei habe es sich aber nicht um das Tatmesser gehandelt. Für die Ermittler erhärten DNA-Spuren an dem Tatmesser sowie an der Kleidung der Opfer den Tatverdacht.

Der Mann steht unter Verdacht, drei Frauen am Abend des 13.12. im Nürnberger Stadtteil St. Johannis innerhalb weniger Stunden durch Stiche schwer verletzt zu haben.

Messerangriffe in Nürnberg: Der Verdächtige schweigt zu den Vorwürfen

An einem der Tatorte hängt ein abgerissenes Absperrband.
An einem der Tatorte hängt ein abgerissenes Absperrband.  © DPA

Der Tatverdächtige selbst schweigt zu den Vorwürfen. Das teilte die Polizei am Sonntag mit.

Er habe bei seiner Festnahme, die bereits am Freitagmorgen ganz in der Nähe der Tatorte erfolgt sei, ein Messer bei sich gehabt, für das er keine schlüssige Erklärung gehabt habe.

Der Verdächtige sei zunächst wegen eines Eigentumsdelikts, das er rund zwei Stunden vor der ersten Messerattacke verübt haben soll, in Untersuchungshaft genommen worden.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) lobte indes das Vorgehen der Polizei. "Es war wichtig, dass gezielt die sichtbare Polizeipräsenz in der Stadt verstärkt wurde", sagte Herrmann am Sonntag in Nürnberg.

"Man hat gespürt, wie viele Menschen Angst hatten, der Täter läuft immer noch frei herum."

Laut Herrmann ist der Verdächtige in Thüringen geboren

Joachim Herrmann (l) lobte die Arbeit der Polizei.
Joachim Herrmann (l) lobte die Arbeit der Polizei.  © DPA

Die Ermittlung des mutmaßlichen Täters sei sehr wichtig gewesen, um den Menschen in der Stadt die Furcht vor weiteren Angriffen zu nehmen.

Bevor nun über weitere Konsequenzen gesprochen werden könne, müsse aber erst einmal der gesamte Sachverhalt aufgeklärt werden.

Der Mann, laut Herrmann ein gebürtiger Thüringer, soll drei Frauen im Alter von 26, 34 und 56 Jahren am Donnerstagabend in kurzen Abständen binnen etwa drei Stunden niedergestochen haben. Er sitzt nun in Untersuchungshaft - allerdings vorerst noch wegen eines versuchten Diebstahls. Nun wird ihm auch versuchter Mord in drei Fällen vorgeworfen. Er selbst schweigt dazu.

Die letzte Meldeadresse des Mannes sei Berlin gewesen. Es habe sich dann aber herausgestellt, dass diese nicht mehr aktuell sei, sagte Mittelfrankens Polizeipräsident Roman Fertinger.

Titelfoto: DPA

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