Schon wieder Bluttat in Asylheim: Mann niedergestochen

Boostedt - In der Landesunterkunft für Flüchtlinge in Boostedt bei Neumünster ist es am Mittwochabend erneut zu einer Messerattacke gekommen. Dabei wurde ein Mann schwer verletzt.

In der Landesunterkunft in Boostedt leben etwa 1200 Flüchtlinge. Es kommt immer wieder zu Streit und Gewalt (Archivbild).
In der Landesunterkunft in Boostedt leben etwa 1200 Flüchtlinge. Es kommt immer wieder zu Streit und Gewalt (Archivbild).  © dpa/Frank Molter
Wie die Polizei mitteilte, erlitt der 32-Jährige mehrere Stichverletzungen und musste in einem Krankenhaus notoperiert werden.

Nach bisherigen Erkenntnissen soll es vor der Messerattacke einen Streit zwischen dem 32-jährigen Somali und einem 20-jährigen Landsmann vor ihrem Wohnhaus gegeben haben.

Die Situation eskalierte und der 20-Jährige soll mehrfach auf den älteren eingestochen haben. "Die genauen Hintergründe des Streits sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen", sagte ein Polizeisprecher.

Der Verletzte erreichte direkt nach der Messerstecherei gegen 23.28 die Polizeistation in der Landesunterkunft. Die Polizisten leisteten Erste Hilfe und alarmierten weitere Beamte zur Fahndung nach dem Tatverdächtigen.

Gegen 00.30 Uhr nahmen sie den 20-Jährigen in seiner Wohnung fest. Der Mann befindet sich im polizeilichen Gewahrsam; im Laufe des Tages soll er einem Haftrichter vorgeführt werden.

Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der versuchten Tötung gegen den 20-jährigen Somali.

Erst vor wenigen Wochen gab es eine weitere Bluttat in derselben Unterkunft. Ein Iraner soll versucht haben, seine Frau mit mehreren Messerstichen zu töten. Staatsanwaltschaft und Polizei verschwiegen den Fall anfangs.

Die Landesunterkunft in Boostedt steht schon seit längerer Zeit in der Kritik. Im April kam es zu einer Massenschlägerei. Der Bürgermeister der 4600-Einwohner-Gemeinde klagt über Krawalle, rüpelhaftes Benehmen und Respektlosigkeit unter den dort untergebrachten etwa 1200 Flüchtlingen.

Titelfoto: dpa/Frank Molter