Nach tödlicher Messer-Attacke auf Union-Fan: Fußball-Fans spenden für Familie von Karl M. († 19)

Berlin - Im Fall des getöteten Fußballfans im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg ist der Täter bisher nicht gefasst und der Hintergrund weiter unklar (TAG24 berichtete). Nun spenden Union-Anhänger für die Familie des Todesopfers.

Ein 19-Jähriger ist in Berlin erstochen worden (Symbolbild).
Ein 19-Jähriger ist in Berlin erstochen worden (Symbolbild).

Auf der Crowdfunding-Plattform leetchi spenden Fans des 1. FC Union und von Hertha BSC gemeinsam Geld für die Familie des verstorbenen Altenpflegers.

Die Initiatoren der Spendenaktion schreiben auf der Seite: "Da Bestattung, Trauerfeier und all das, was der Verlust eines Menschen mit sich bringt mit hohen Kosten verbunden sind, gibt es nun dieses Spendenkonto…Der Erlös wird zu 100% an die Eltern ausgezahlt…! Das bringt ihnen ihr Kind nicht zurück, aber hilft etwas bei der Kostenbegleichung….!"

Die Resonanz ist überwältigend: 5.563 Euro waren bis Donnerstagvormittag bereits zusammengekommen.

Der aktuelle Ermittlungsstand

Bei der ermittelnden Mordkommission hat sich die Zahl der eingegangenen Hinweise inzwischen aber auf 26 erhöht, wie eine Polizeisprecherin am Mittwoch auf Anfrage sagte. Zur Qualität der Hinweise äußert sich die Behörde nicht.

Wie die Sprecherin weiter sagte, soll der Täter laut Zeugenaussagen auch homophobe Beleidigungen geäußert haben. Allerdings sei unklar, ob diese einen Bezug zum Opfer hatten.

Der 19-Jährige hatte am Samstagnachmittag auf einem Supermarktparkplatz an der Stahlheimer Straße Ecke Wichertstraße mindestens eine Stichverletzung erlitten. Er starb später trotz einer Not-OP.

Nach Medienberichten sagten Zeugen der Tat auch, dass der Täter den 19-Jährigen angepöbelt habe, weil dieser Fan des 1. FC Union Berlin war. Die Polizei sah bisher aber keine Hinweise dafür - der junge Mann habe keine offen sichtbare Fan-Bekleidung getragen, lediglich einen Rucksack mit Vereinsemblem. Der 1. FC Union bekundete seine Trauer und sagte Veranstaltungen wie Fantreffs in dieser Woche ab.

Vom mutmaßlichen Täter gibt es eine sehr detaillierte Beschreibung: Gesucht wird laut Polizei ein Mann Anfang bis Mitte 20 mit dunklem Oberlippen- und Kinnbart. Er soll mit einem kniehohen grauen Hund und einer Begleiterin unterwegs gewesen sein. Der Verdächtige wurde als circa 1,70 Meter groß und eher muskulös beschrieben.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler steht die Tat nicht in Zusammenhang mit Fußball. (Symbolbild).
Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler steht die Tat nicht in Zusammenhang mit Fußball. (Symbolbild).  © DPA

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