Bekannter Journalist kaltblütig erschossen

Auf der von Riodoce veröffentlichten undatierten Aufnahme sitzt der mexikanische Journalist Javier Valdez an einem unbekannten Ort.
Auf der von Riodoce veröffentlichten undatierten Aufnahme sitzt der mexikanische Journalist Javier Valdez an einem unbekannten Ort.  © DPA

Culiacán - Unbekannte haben im Westen von Mexiko den Journalisten Javier Valdez getötet. Der Korrespondent der überregionalen Zeitung "La Jornada" und freie Mitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP wurde am Montag in Culiacán im Bundesstaat Sinaloa erschossen.

Die Leiche blieb einige Zeit mitten auf der Straße liegen, bis Polizei und Streitkräfte eintrafen und Gerichtsmediziner den Toten schließlich abtransportierten.

Er sei erschüttert über die Tat, sagte der örtliche Staatsanwalt Juan José Ríos. Das Opfer sei sein Freund gewesen. Valdez`Kollegen vom Nachrichtenportal Ríodoce und seine Familie würden unter Personenschutz gestellt, sagte Ríos.

Der 50-Jährige schrieb vor allem über den Drogenhandel und das organisierte Verbrechen in der Region. Sinaloa ist die Heimat des gleichnamigen Drogenkartells des zuletzt in die USA ausgelieferten Drogenbarons Joaquín "El Chapo" Guzmán. Valdez verfasste auch mehrere Bücher über das Thema.

Der Journalist habe zuletzt um seine Sicherheit gefürchtet, teilte das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) in den USA mit. Die Organisation forderte eine rasche Untersuchung des Verbrechens. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

"Die mexikanische Regierung verurteilt den Mord an dem Journalisten Javier Valdez", schrieb Präsident Enrique Peña Nieto auf Twitter. "Wir sind der Meinungs- und Pressefreiheit verpflichtet, sie ist fundamental für unsere Demokratie."

Mexiko ist eines der gefährlichsten Länder für Medienvertreter. In diesem Jahr wurden bereits fünf Journalisten getötet. Erst vor sechs Wochen war die Korrespondentin von "La Jornada" im Bundesstaat Chihuahua, Miroslava Breach, erschossen worden.


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