Mehrere Polizisten vergewaltigen minderjährige Mädchen (16,17)

Mexiko-Stadt - Nach der Vergewaltigung von zwei minderjährigen Mädchen (16 und 17) durch Polizeibeamte in Mexiko-Stadt, kommt es in dem Land seit Tagen immer wieder zu Protesten.

Die überwiegende Mehrheit der Opfer melde ein Verbrechen nicht. (Symbolbild)
Die überwiegende Mehrheit der Opfer melde ein Verbrechen nicht. (Symbolbild)  © 123rf/canjoena

Die mexikanische Polizei hat bislang sechs Beamte aus der mexikanischen Hauptstadt vom Dienst suspendiert, nachdem bekannt geworden war, dass sich die Männer Anfang August an zwei weiblichen Teenagern sexuell vergangen hatten.

Wie "BBC" berichtet, seien diese beiden Fälle die jüngsten einer ganzen Reihe von Übergriffen auf Frauen und Mädchen.

Konkret betroffen sei dieses Mal eine 17-Jährige. Sie sagte aus, dass sie am 3. August von mehreren Polizisten im nördlichen Stadtteil Azcapotzalco in einen Streifenwagen gezerrt und dann vergewaltigt worden sei.

Nur wenige Tage später habe ein Polizist ein 16-jähriges Mädchen in einem Museum in der Innenstadt von Mexiko-Stadt vergewaltigt. Der mutmaßliche Täter sitzt bereits in Untersuchungshaft. Im Missbrauchsfall der 17-Jährigen wurde noch niemand festgenommen.

Die überwiegend weiblichen Demonstranten forderten endlich Gerechtigkeit bei Gewalt gegen Frauen und Mädchen ein. Eine der Protestierenden hielt ein Transparent mit der Aufschrift "Sie beschützen uns nicht, sie vergewaltigen uns" in den Händen.

Die Bürgermeisterin der Stadt, Claudia Sheinbaum, die als erste Frau dieses Amt bekleidet, verkündete, dass die Täter dieses Mal nicht straflos ausgehen würden. "Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist unzulässig. In dieser Regierung bin ich nicht bereit, das zu tolerieren", sagte Sheinbaum.

Viele Opfer melden ein Verbrechen nicht

Sheinbaum wurde allerdings auch scharf dafür kritisiert, weil sie die Proteste am Montag als "Provokation" bezeichnete. Sie versprach, mit den Behörden notwendige Strategie umzusetzen, um die Stadt sicherer zu machen.

Sicherheitsminister Jesús Orta Martínez indes wurde während einer Protestaktion mit rosa Glitzer besprüht. Die Demonstranten beschmierten auch das Gebäude der Staatsanwaltschaft mit Glitter und Sprühfarbe, schlugen die Eingangstür ein und ließen einen Schweinekopf davor liegen.

Opfergruppen schätzen, dass es in Mexiko weit über eine halbe Million Fälle von sexuellem Missbrauch pro Jahr gibt, wobei die überwiegende Mehrheit der Opfer das Verbrechen nicht meldet. Das Vertrauen in die Polizei ist dabei sehr gering.

Titelfoto: 123rf/canjoena

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