Ärzte wissen nicht, was sie machen sollen, als sie dieses Tattoo sehen

Auf der Brust des Mannes stand: "Nicht wiederbeleben".
Auf der Brust des Mannes stand: "Nicht wiederbeleben".

Miami - Für die Ärzte in Miami war es ein Notfall, wie viele andere: Ein Mann (70) wurde stark alkoholisiert eingewiesen, er war bewusstlos und sein Puls wurde immer langsamer.

Normalerweise werden dann routinemäßig sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen eingeleitet, doch als die Ärzte die Kleidung des Mannes entfernten und auf seine Brust schauten, wussten sie auf einmal nicht mehr, was sie tun sollten.

Denn sein Tattoo besagte: "Bitte nicht wiederbeleben". Das "nicht" war sogar mit schwarz unterstrichen. Dr. Holt vom Universitätsklinikum berichtete später, dass innerhalb kürzester Zeit acht Ärzte im Raum versammelt standen und eine Debatte drüber ausbrach, ob dem Wunsch des Patienten auch ohne Patientenverfügung, die normalerweise schwarz auf weißen Papier geschrieben steht und nicht tätowiert ist, entsprochen werden soll.

Patientenverfügung: Tattoos sind nicht rechtsverbindlich

Der Fall wurde in einem Wissenschaftsmagazin diskutiert.
Der Fall wurde in einem Wissenschaftsmagazin diskutiert.

"Wir haben manchmal Scherze darüber gemacht, dass man sich das doch tätowieren lassen müsste, damit Ärzte im Notfall sofort Bescheid wissen, doch dann liegt auf einmal der Patient vor Dir, Du siehst es und denkst nur: 'Das gibt's doch nicht'", berichtet der Arzt.

Tattoos sind keine rechtsverbindlichen Patientenverfügung. Also war es eine ethische Frage, die die Ärzte zu diskutieren hatten. Sie entschlossen sich, keine wiederbelebenden Maßnahmen einzuleiten, als der Puls immer weiter in den Keller rauschte, gaben die Mediziner ihm ein blutdruckanhebendes Mittel. Zudem bekam er ein Antibiotikum und Infusionen.

"Wenn ich das Tattoo nicht gesehen hätte, hätte ich ihn sicher an eine Beatmungsmaschine angeschlossen. Man weiß nicht so richtig, wie man sich entscheiden soll. Denn manche lassen sich in jungen Jahren ein Tattoo stechen, vielleicht sogar im Suff und bereuen es dann. Aber in diesem Fall schien es ernst zu sein", sagte Dr. Holt nachher.

Allerdings ist natürlich nicht klar, ob der Mann diesen Satz in Gedanken an einen Unfall oder Herzinfarkt aufgeschrieben hat und nicht für den Fall, dass er einfach vor Trunkenheit bewusstlos wird.

Dem Krankenhaus gelang es, innerhalb von zwei Stunden die wirkliche Patientenverfügung des Mannes aufzutreiben. Sie bestätigte die Botschaft des Tattoos: Der Mann wollte keine wiederbelebenden Maßnahmen haben.

In der Nacht verschlechterte sich sein Zustand dann dramatisch, am Morgen war er tot.


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