"Er war ein Pädophiler": Doku über Michael Jackson erhebt schwere Vorwürfe

Park City - Immer wieder musste sich Michael Jackson (†50) in seiner Karriere gegen Missbrauchsvorwürfe wehren, stand sogar vor Gericht. Nun stellt eine Filmdokumentation den King of Pop erneut an den Pranger.

2005 wurde Jacko vor Gericht von dem Missbrauchsvorwürfen freigesprochen.
2005 wurde Jacko vor Gericht von dem Missbrauchsvorwürfen freigesprochen.  © Aaron Lambert/AP/dpa

Die vierstündige Doku "Leaving Neverland" feierte am Freitag beim Sundance Film Festival in Park City (Utah) Weltpremiere und hat es wirklich in sich. Regisseur Don Reed (55) erhebt darin viele verstörende Vorwürfe gegen den am 25. Juni 2009 verstorbenen Popstar.

Dabei stützt sich der Filmemacher auf Berichte von Wade Robson (36) und James Safechuck (40), die seit langem behaupten, dass sie von Jackson auf seiner Neverland Ranch vergewaltigt und belästigt wurden. Der Sänger wies zu seinen Lebzeiten alle Anschuldigungen zurück, minderjährige Jungen missbraucht zu haben.

Doch der neue Dokumentarfilm, der auf HBO und Channel 4 in Großbritannien ausgestrahlt wird, will zeigen, dass das Gegenteil der Fall war. So soll Jackson seinen jungen männlichen Opfern Schmuck im Austausch für sexuelle Handlungen gegeben haben, heißt es in einem Beitrag der "Daily Mail".

Dem Bericht zufolge erzählen Jacksons angebliche Opfer Robson und Safechuck in der Doku sehr grafisch und detailreich darüber, was im Schlafzimmer des Popstars passiert sei, als sie noch Kinder waren. Beide Männer behaupten, dass sie etwa im Alter von sieben Jahren bis 14 Jahren missbraucht wurden.

Viele stuften die Doku als glaubwürdig ein. Nach dem Film soll es stehende Ovationen gegeben haben. "Wow, wir lagen alle falsch, als wir Michael Jackson anfeuerten. Er war ein Pädophiler", wird eine Kritikerin zitiert.

Wade Robson verklagte Jackson nach dessen Tod auf Entschädigung.
Wade Robson verklagte Jackson nach dessen Tod auf Entschädigung.  © Carlo Allegri/Justin Sullivan

Ein anderer hält fest: "'Leaving Neverland' ist ein Horrorfilm, eine intime, offensichtlich glaubwürdige, manchmal sexuell explizite Geschichte von zwei Jungen, die Michael Jacksons besondere 'Freunde' - also Liebhaber - wurden. Jackson war ein Unhold - ein sanftes Raubtier, ein Monster."

Fans von Jackson reagierten im Netz auf solche Äußerungen natürlich prompt, verteidigten den King of Pop und widerlegten die Behauptungen des Films. Doch jene, die ihn gesehen haben, seien fast einstimmig der Meinung gewesen, dass er vernichtende Beweise für die Behauptungen liefere, heißt es.

Ein fahler Beigeschmack bleibt dennoch. Denn im Missbrauchsprozess gegen Jacko im Jahr 2005 hatten Robson und Safechuck noch für den Sänger ausgesagt. Erst nach dessen Tod zogen sie ihre Aussagen wieder zurück und klagten auf Schmerzensgeld - jedoch ohne Erfolg.

Jacksons Nachlassverwalter äußerte sich entsprechend erbost gegenüber dem Magazin "People": "Diese reißerische Produktion ist nur ein weiterer ungeheuerlicher und erbärmlicher Versuch, Profit aus Michael Jackson zu schlagen." Den vermeintlichen Opfern gehe es nur ums Geld.

"Wade Robson und James Safechuck haben beide unter Eid ausgesagt, dass Michael nie etwas Unangemessenes getan hat. Safechuck und Robson, letzterer ein selbsternannter 'Meister der Täuschung', reichten Klagen gegen Michaels Nachlass ein und forderten Millionen von Dollar. Beide Klagen wurden abgewiesen."

Damit steht weiterhin Aussage gegen Aussage. Vor allem für Jacksons Familie dürften die neuerlichen Vorwürfe ein Schlag ins Gesicht sein. Tochter Paris hatte zuletzt wieder mit psychischen Problemen zu kämpfen.

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