Beim VfB ist Reschke gescheitert: Darauf muss sich Schalke 04 gefasst machen

Stuttgart - Die Zeichen verdichten sich: Nach übereinstimmenden Medienberichten wird Ex-VfB-Sportvorstand Michael Reschke Kaderplaner bei Schalke 04.

Ehemaliger VfB-Stuttgart-Sportdirektor steht aktuell bei Schalke 04 in der Verantwortung: Jochen Schneider.
Ehemaliger VfB-Stuttgart-Sportdirektor steht aktuell bei Schalke 04 in der Verantwortung: Jochen Schneider.  © DPA

Bedeutet: Reschke, dessen Vertragsauflösung beim VfB Ende Mai greifen wird, steht in Sachen sportlicher Verantwortung eine Rolle rückwärts bevor.

Aus der vordersten Reihe bei den Schwaben, wird er nun bei Schalke unter Sportvorstand Jochen Schneider wieder in den Hintergrund treten und dort seine Strippen ziehen.

Dass er dies durchaus kann, hat er bereits bei seinen bisherigen Stationen bewiesen.

So hatte Reschke besonders bei seinem Heimatverein Leverkusen Riesenerfolg, als er 2004 bis 2014 als Manager hauptsächlich unter Rudi Völler arbeitete.

Reschke war beispielsweise an Werkself-Transfers von Stefan Kießling, Arturo Vidal, Simon Rolfes oder André Schürrle beteiligt.

2014 ging er dann als Kaderplaner zum Rekordmeister Bayern München (bis 2017). Zusammen mit dem damaligen Bayern-Sportdirektor Matthias Sammer, war Reschke unter anderem am Transfer von Joshua Kimmich beteiligt, der aus Leipzig nach München kam.

Auch am Wechsel von Niklas Süle, den es von Hoffenheim an die Säbener Straße zog, hatte der Rheinländer seine Finger im Spiel, der unter Kennern als "Gehirn" oder "Supernase" bekannt war.

Ex-VfB-Sportvorstand Michael Reschke wird offenbar Kaderplaner bei Schalke 04.
Ex-VfB-Sportvorstand Michael Reschke wird offenbar Kaderplaner bei Schalke 04.  © DPA

Erst als Reschke 2017 beim VfB Stuttgart als Sportvorstand antrat, begann sein lupenreines Image zu bröckeln.

Dort scheiterte der 61-Jährige unter anderem an seiner repräsentativen Funktion, am Umgang mit den Medien.

So sprach er seinem damaligen Coach, Tayfun Korkut, eine Jobgarantie aus und entließ ihn keine 24 Stunden später. Daraufhin sah man ihn als Lügner.

Auch seine Kaderzusammenstellung geriet im Laufe des VfB-Misserfolgs immer mehr in die Kritik, obwohl er im Vorfeld der aktuellen Saison noch dafür gelobt wurde.

So war die vergangene Spielzeit noch gar nicht zu Ende, da präsentierte Reschke auf einen Schlag drei vielversprechende Neuzugänge: Marc Oliver Kempf (SC Freiburg), Pablo Maffeo (Manchester City) und Borna Sosa (Dinamo Zagreb) heuerten bei den Schwaben an.

Kempf schlug als einziger ein, Sosa enttäuschte meistens. Der damalige VfB-Rekordtransfer Maffeo war ein einziges Missverständnis: Der Spanier ist bei den Schwaben nach vielen Streitigkeiten völlig isoliert und nimmt seit Beginn der Rückrunde nicht mehr am Mannschaftstraining teil.

Insgesamt nahm die Stuttgarter Saison einen Horror-Verlauf an, woraufhin Reschke schlussendlich im Februar entlassen wurde.

Zieht man am Ende seiner VfB-Ära eine Bilanz, so kommt man zum Fazit: Reschke hat häufig gute Ideen, die nicht immer zu Ende gedacht sind. Doch für Schalke besteht Hoffnung, dass der neue Mann neben ihrem Sportvorstand Schneider bald wieder Juwelen an Land zieht.

Denn in der Funktion des Kaderplaners scheint Reschke, der Mann im Hintergrund, bestens zu funktionieren.

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