Erstaunlich! So beeinflussen Tattoos die Schweißproduktion

Manche Körperstellen schwitzen hier weniger als andere.
Manche Körperstellen schwitzen hier weniger als andere.  © PA/Jerome Favre +++(c) dpa

Michigan/Chemnitz/Berlin - Habt Ihr Euch bis jetzt auch so schön durch diesen fantastischen Sommer geschwitzt? Oder können Euch 30 Grad und mehr nichts anhaben? Das könnte daran liegen, weil Ihr möglicherweise Tattooträger seid.

US-Forscher aus Michigan haben für eine Studie die Schweißproduktion bei zehn tätowierten Personen untersucht. Dazu wurden bei jedem Probanden mehrere, jeweils etwa fünf Zentimeter große, Hautflächen zufällig ausgewählt.

Die Flächen sollten entweder nicht oder stark tätowiert und an gespiegelten Körperpartien sein.

Unter Zugabe von Pilocarpin-Nitrat haben die Wissenschaftler die Studienteilnehmer ins Schwitzen gebracht. Der Stoff sorgt dafür, dass man auch ohne Sport transpiriert. Anschließend wurde der Schweiß mit Pads aufgesaugt, in eine Röhre geleitet und auf zwei Milliliter verdünnt.

Zuvor wurde das Gewicht des Pads bestimmt, um ausrechnen zu können, wie viel Schweiß aufgenommen wird. Das Ergebnis war erstaunlich: "Wenn man ein Tattoo hat, dann scheidet man 0,18 Milligramm pro Quadratzentimeter Schweiß aus. Ohne Tattoo ist es deutlich mehr, 0,35 Milligramm pro Quadratzentimeter", sagte der Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke (46) dazu in einem Interview mit radioeins.

Dass Tätowierte weniger schwitzen, könnte laut Benecke etwa eine Immunantwort des Körpers sein. Die Forscher haben mit ihrer Studie jedenfalls viele Fragen zu den Gründen angestoßen. Benecke selbst kann das Ergebnis übrigens bestätigen: "Ich bin ja in der glücklichen Lage, weil ich mal in Chemnitz zu einem Tätowierer, der mich eingeladen hatte, gesagt habe: Mach, was du willst. Und er hat mir dann einen Zombiekopf unter die Achsel tätowiert. Ich kenne also diesen Effekt."

Ganz auf's Deo verzichten können Tätowierte aber nicht - eingestellt ist die Schweißproduktion nämlich nicht.

Der Kölner Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke. Er ist der berühmteste Kriminalbiologe Deutschlands - manche sagen sogar: der Welt. Sein Faible für Insekten, die Leichen besiedeln, hat ihm den Spitznamen "Dr. Made" eingebracht.
Der Kölner Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke. Er ist der berühmteste Kriminalbiologe Deutschlands - manche sagen sogar: der Welt. Sein Faible für Insekten, die Leichen besiedeln, hat ihm den Spitznamen "Dr. Made" eingebracht.  © Oliver Berg/dpa

Titelfoto: PA/Jerome Favre +++(c) dpa


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