Wissenschaftler untersuchen verlassenen Sowjet-Bunker: Was sie finden, verschlägt ihnen die Sprache

Międzyrzecz (Polen) - In einem verlassenen Sowjet-Bunker in Westpolen wollte eine Gruppe Wissenschaftler Fledermäuse aufspüren. Nach einigem Suchen fanden die Forscher dann tatsächlich auch Tiere - nur nicht solche, die sie erwartet hatten.

Die polnischen Forscher fanden in dem Bunker eine riesige Kolonie aus Holzameisen.
Die polnischen Forscher fanden in dem Bunker eine riesige Kolonie aus Holzameisen.  © Twitter Screenshot @PopSci

Als sich die Wissenschaftler Zugang zu einem Raum verschafften, erblickten sie plötzlich eine riesige Ameisenkolonie!

Die Forscher schätzten die Größe der Kolonie auf mindestens eine Million Waldameisen ein. Doch wie war das möglich?

Wie konnten die Insekten anscheinend jahrelang in einem versiegelten Atombunker überleben, der zuletzt im Kalten Krieg genutzt wurde und weder Licht noch eine Nahrungsquelle bot und zudem ungeheizt war?

Wie Daily Star berichtet, machten die Forscher erst einmal gar nichts und kehrten erst zwei Jahre später wieder zu der Ameisenkolonie zurück. Die lange Wartezeit war offenbar nötig, um eine eindeutige Antwort zu erhalten.

Als sie wieder zurückkehrten, kamen sie zu dem einzig möglichen Schluss: Die Ameisen konnten nur durch Kannibalismus überleben. Die Leichen toter Nestkameraden waren ihre alleinige Nahrungsquelle.

Doch hätte sich die Kolonie, die nur aus unfruchtbaren Arbeiter-Ameisen bestand, mit der Zeit nicht selbst auffressen müssen? Nein, denn über ein Belüftungsrohr gelangten ständig neue Wanderameisen von draußen aus dem umliegenden Wald in den Bunker.

Waren die Insekten erst einmal vom Lüftungsschacht senkrecht in den Raum hinein gefallen, kamen sie nicht mehr heraus und waren somit gefangen.

Ameisen-Kolonie konnte allein durch Kannibalismus sogar noch wachsen

Der Nachschub an neuen Insekten, die aus dem Wald kamen, war offenbar so reichlich, dass die Ameisenkolonie sogar noch wachsen konnte, obwohl sie nur aus Arbeitern bestand und keine einzige fruchtbare Königin besaß, die Eier hätte legen können.

Die polnischen Wissenschaftler beschlossen, den Kannibalen-Ameisen eine Holzplanke zu bauen, die zu dem Lüftungsrohr zurück und damit wieder nach draußen in die Freiheit führte.

Als sie nach einigen Wochen abermals in den Atombunker zurückkehrten, waren alle Ameisen verschwunden. Zurück blieben nur die Leichen von etwa zwei Millionen Ameisen, die teilweise von ihren Kameraden verzehrt worden waren.

Die überlebenden Arbeiter verstreuten sich offensichtlich in die umliegende Landschaft. Die Forscher veröffentlichten ihre erstaunlichen Ergebnisse über die gefangene Kannibalen-Kolonie im Fachblatt Journal of Hymenoptera Research.

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