Jämmerliche Schreie: Mutter und vier Kinder in brennender Wohnung gefangen

Gardelegen - Während eines Wohnungsbrandes im Gardelegener Ortsteil Mieste (Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt) haben sich dramatische Szenen abgespielt. Die Feuerwehr rettete eine Mutter und ihre vier Kinder aus dem Mehrfamilienhaus. Zuvor war ihnen der Fluchtweg versperrt gewesen.

Zwei Kinder mussten mit einer Steckleiter aus dem Dachgeschoss in Mieste bei Gardelegen gerettet werden.
Zwei Kinder mussten mit einer Steckleiter aus dem Dachgeschoss in Mieste bei Gardelegen gerettet werden.  © Matthias Strauß

Das Feuer in dem von sechs Mietparteien bewohnten, zweistöckigen Mehrfamilienhaus wurde in der Nacht zu Mittwoch um 3.20 Uhr gemeldet.

Umgehend eilte ein Großaufgebot an Einsatzkräften, darunter 74 Feuerwehrkameraden mit 14 Fahrzeugen, an den Unglücksort in der Heinrich-Heine-Straße.

"Vor Ort stellte sich heraus, dass in einer brennenden Dachgeschosswohnung fünf Kinder gefangen waren. Sie hatten sich vor den starken Rauch auf einen Balkon und an ein Dachfenster gerettet", berichtete der anwesende Notarztsanitäter Robert Wendt. Die Polizei sprach später von vier Kindern.

Umgehend wurde durch den Organisationsleiter für die Rettungsdienste Alarmstufe 1 ausgerufen. "Dies ist für uns der Massenanfall an Verletzten."

Die Mutter (39) sowie ihre vier minderjährigen Kinder im Alter von 5, 9, 13 und 15 Jahren wurden durch die Einsatzkräfte aus der brennenden Wohnung gerettet. Zwei der Kinder mussten mit einer Steckleiter aus dem Haus geholt werden. Insgesamt sieben Bewohner des Hauses wurden in eine Klinik eingeliefert und stationär aufgenommen.

"Die Wohnungsinhaberin erlitt durch das Geschehen Brandverletzungen im Gesicht und an den Händen. Sie wurde mit schweren Verletzungen in das Altmarkklinikum nach Gardelegen verbracht." Der Vater war zum Unglückszeitpunkt auf Arbeit.

Wohnhaus teilweise unbewohnbar

Die Bewohner retteten sich an die Dachfenster, um Frischluft zu bekommen.
Die Bewohner retteten sich an die Dachfenster, um Frischluft zu bekommen.  © Matthias Strauß

Während des Einsatzes wurde das Mehrfamilienhaus evakuiert und ist seitdem teilweise unbewohnbar. Im Hausflur lassen deutliche Rußablagerungen nur erahnen, was sich in der Nacht dort abspielte.

Einer der Bewohner, Wilhelm Kipker, konnte nach dem Einsatz in seine vier Wände zurückkehren. "Die Kinder waren im obersten Stock und kamen nicht raus. Ich habe eine Frau jämmerlich schreien gehört. Der Flur stand voll Qualm. Ich wollte hoch zu den Kindern, aber der Rauch stand wie eine Wand", so der Rentner.

Der Brand soll laut Polizei im Wohnzimmer einer der oberen Maisonette-Wohnungen ausgebrochen sein, beschränkte sich vor allem auf Möbel und anderes Inventar.

Der Schaden wird auf 300.000 Euro geschätzt, die Brandursache ist noch unklar. Die Ermittlungen der Kripo haben am heutigen Mittwoch begonnen.

Zahlreiche Einsatzkräfte waren vor Ort, darunter 74 Feuerwehrkameraden.
Zahlreiche Einsatzkräfte waren vor Ort, darunter 74 Feuerwehrkameraden.  © Matthias Strauß
Im Hausflur haben sich deutliche Rußablagerungen gebildet, das heruntergelaufene Löschwasser ist an den Wänden zu erkennen. Die Brandwohnung wurde abgesperrt.
Im Hausflur haben sich deutliche Rußablagerungen gebildet, das heruntergelaufene Löschwasser ist an den Wänden zu erkennen. Die Brandwohnung wurde abgesperrt.  © Matthias Strauß

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