Mieses Wohnungsangebot in Köln: Steigende Mieten lösen Besorgnis aus

Köln - Steigende Mieten und zu wenig verfügbare Wohnungen sind für die Mehrheit der Kölner ein ernstes Problem. Das zeigt der jetzt von der Stadt Köln veröffentliche Bericht "Wohnen in Köln" auf. 55 Prozent der Befragten beurteilten das Wohnungsangebot in Köln als schlecht oder sehr schlecht.

Im Zentrum von Köln sind die Immobilienpreise sehr hoch, Wohnungen kaum verfügbar.
Im Zentrum von Köln sind die Immobilienpreise sehr hoch, Wohnungen kaum verfügbar.  © DPA

Besonders Alleinerziehende und junge Singles sind besorgt. Sie sind besonders häufig auf preiswerten Wohnraum angewiesen.

Ein interessanter Aspekt: Auch 50 Prozent der vermeintlich Reicheren mit einem Haushaltsnettoeinkommen von 4000 Euro und mehr im Monat bewerten das Wohnungsangebot in Köln als schlecht oder sehr schlecht.

In einigen Stadtteilen wie der Innenstadt, Sülz, Zollstock und Ehrenfeld fallen die Beurteilungen für Wohnungsangebote ebenfalls schlecht aus.

Die durchschnittliche Nettokaltmiete betrug Ende 2016 rund 9 Euro pro Quadratmeter. Ein Haushalt zahlte damit im Schnitt etwa 599 Euro Nettokaltmiete für eine Wohnung.

Der Report der Stadt Köln zeigt die Lage von 2016 auf. Seitdem sind Mietpreise in Köln weiter gestiegen.

Es wurden 64.000 Kölner zufällig ausgewählt und angeschrieben. Etwa 14.400 Kölner hatten den Fragebogen mit über 100 Fragen beantwortet.

Großteil der Befragten wohnt zur Miete in Köln

Die Mietpreise für Köln nehmen weiter zu.
Die Mietpreise für Köln nehmen weiter zu.  © DPA

Dass viele Kölner von den steigenden Mieten betroffen sind, zeigt auch die Kennzahl, das nur ein Drittel der Befragten Wohneigentum besitzen. Der Großteil (64 Prozent) lebt zur Miete.

Insbesondere junge Leute zwischen 18-34 Jahren wohnen nahezu ausschließlich (96 Prozent) zur Miete. Anders die 60 Jährigen oder ältere Menschen: Hier leben 38 Prozent der befragten Kölner in eigenen Wohnungen.

Erfreulich: Sowohl Mieter als auch Eigentümer sind mehrheitlich mit ihrem Wohnraum zufrieden oder sehr zufrieden.

Insbesondere in Einzelhäusern oder Doppelhaushalten fühlen sich die Befragten wohl.

Gründe für Mieterhöhungen

Von Befragten, die über steigende Mieten klagten (56 Prozent), waren über die Hälfte selbst von Mieterhöhungen betroffen.

In etwa ein Drittel der Fälle mussten die Mieter allgemeine Mieterhöhungen hinnehmen. Acht Prozent der Erhöhungen wurden mit Modernisierungen begründet.

Eine sichere Bank für Vermieter und eine feste Preissteigerung für Vermieter: 10 Prozent der Mieter mussten mehr zahlen, weil sie eine Staffelmiete vereinbart hatten. Dies ist eine per Mietvertrag festgehaltene regelmäßig steigende Miete.

Drei Anzeichen, die der Stadt Sorgen machen müssen

In Köln werden weniger Wohnungen neugebaut als Menschen hinzuziehen.
In Köln werden weniger Wohnungen neugebaut als Menschen hinzuziehen.  © DPA

Die Befragten wurden auch nach wahrgenommenen Veränderungen in ihrem Wohnumfeld befragt.

Mit deutlichen Abstand wurden hier drei Themen vor allen anderen Veränderungen genannt:

  • 56 Prozent nannten umfangreiche Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten
  • 54 Prozent gaben steigende Mieten an, die kaum noch zu zahlen seien
  • 45 Prozent bemerkten eine steigende Kriminalität und Vandalismus

Die Verfasser des Berichts bestätigen, dass sich die Mietsteigerungen in den Vierteln nachweisen lassen, in denen die Sanierungen stattfinden. Den kompletten Bericht gibt's online >>> hier.

Die Caritas in Köln protestiert in dieser Woche übrigens gegen unbezahlbaren Wohnraum, speziell für ärmere Menschen der Gesellschaft.

Die Caritas hatte dazu am Dienstag ein mobiles Zimmer vor dem Kölner Dom errichtet und wollte so auf das Problem vieler Kölner hinweisen.

Titelfoto: DPA


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