Mietwagen ausgeschlachtet und im Teich versenkt

Der Breite Teich bei Tauscha. Hier versenkten die Ganoven den Mietwagen, 
einen Audi Avant.
Der Breite Teich bei Tauscha. Hier versenkten die Ganoven den Mietwagen, einen Audi Avant.  © Norbert Neumann

Dresden - Unfassbar: Zwei Ganoven aus Coswig mieten ein Auto, schlachten es aus und versenken das Wrack im Teich.

Am Montag bekamen Alexander J. (31) und Marcus D. (27) für diesen Unfug die Quittung vom Amtsrichter.

Die Männer mieteten bei Sixt einen Audi Avant A4 Kombi an. Wert: 35.000 Euro. Doch laut Anklage hatte das Duo nie vor, den teuren Wagen zurückzugeben.

Im Gegenteil: „Sie schlachten den Wagen aus, um die Einzelteile im Internet zu verkaufen“, sagt Amtsrichter Markus Maier (56). So baute das Duo Schweinwerfer, Frontschutzgitter, Batterie, Lichtmaschine, Rückspiegel, zwei Türen und Heckklappe aus. Und verdiente sich über den Verkauf bei eBay mehrere hundert Euro. Den ausgenommenen Audi versenkten die beiden im Breiten Teich bei Tauscha!

Besonders frech: Marcus D. lief zur Polizei meldete das Auto als gestohlen. „Um sechs Uhr wurde Anzeige erstattet“, so Richter Maier. „Zwei Stunden später entdeckte der Staumeister den Wagen im Teich ...“ Klarer Fall. Eigentlich.

Doch das alles spielte sich bereits im November 2010 ab. Die Anklage war aber erst im Mai 2014 fertig. Warum, konnte auch auf Nachfrage bei der Staatsanwaltschaft nicht geklärt werden.

Weitere zwei Jahre lag die Akte im Gericht. Denn der Fall war keine Haftsache, musste also nicht vorrangig bearbeitet werden. Am Samstag endlich urteilte der Richter: Er verdonnerte Alexander J. und Marcus D. per Strafbefehl zu je acht Monaten auf Bewährung.

Theoretisch kann Sixt die Männer nun in Regress nehmen.


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