"Milchkrieg in Dalsmynni": Frau lehnt sich nach Tod ihres Mannes gegen Korruption auf und wird angefeindet!

Deutschland - Dieser Film trifft den Zeitgeist! "Milchkrieg in Dalsmynni" läuft am 9. Januar in den deutschen Kinos an und überzeugt mit einer wichtigen Geschichte.

Die hoch verschuldete Bäuerin Inga (Arndís Hrönn Egilsdóttir) muss den überraschenden Tod ihres Mannes verkraften.
Die hoch verschuldete Bäuerin Inga (Arndís Hrönn Egilsdóttir) muss den überraschenden Tod ihres Mannes verkraften.  © PR/© 2020 Alamode Film

In der steht Inga (Arndís Hrönn Egilsdóttir) im Mittelpunkt. Sie führt seit vielen Jahren eine harmonische Ehe mit ihrem Mann Reynir (Hinrik Ólafsson) und betreibt mit ihm auf dem Land die Milchfarm Dalsmynni, die er im Alter von 25 Jahren nach dem Tod seiner Eltern übernahm.

Doch er und Inga sind hoch verschuldet. Die Genossenschaft kann aufgrund ihrer Monopolstellung schalten und walten, wie sie will und hat die abhängigen Bauern komplett in der Hand. Die teuren Einkaufspreise sorgen außerdem nicht gerade dafür, dass sich die Situation für die Bauern verbessert.

Doch das ist noch nicht alles. Nach einem Gespräch von Reynir mit dem Vorsitzenden der Genossenschaft, Eyjólfur (Sigurður Sigurjónsson), taucht er nicht wieder auf.

Inga wird noch in derselben Nacht aus dem Schlaf geklingelt, rast schockiert ins Krankenhaus - und muss seine Leiche identifizieren! Der Schock über den Tod ihres Mannes sitzt tief, denn klar sind die Umstände nicht.

Bald findet Inga heraus, dass viel mehr hinter seinem Ableben steckt, als gedacht. Als sie sich auch infolgedessen gegen die Genossenschaft auflehnt, wird sie beschimpft und angefeindet. Doch die starke Frau gibt nicht so einfach auf...

Eine Bäuerin rebelliert in "Milchkrieg in Dalsmynni" gegen eine mafiöse Genossenschaft auf

Inga (l., Arndís Hrönn Egilsdóttir) unterhält sich mit Genossenschaftsanführer Eyjólfur (Sigurður Sigurjónsson).
Inga (l., Arndís Hrönn Egilsdóttir) unterhält sich mit Genossenschaftsanführer Eyjólfur (Sigurður Sigurjónsson).  © PR/© 2020 Alamode Film

Diese aufwühlende Geschichte hat Regisseur Grímur Hákonarson ("Sture Böcke") stark umgesetzt.

Ihm ist ein erstklassiger Film über die Rebellion einer Frau gelungen, die nichts mehr zu verlieren hat und deshalb gegen mafiös anmutende Missstände ankämpft.

An denen stören sich zwar auch viele der anderen Dorfbewohner, doch keiner traute sich, den ersten Schritt zu gehen. Inga bringt also eine längst überfällige Lawine an Reaktionen ins Rollen.

Doch nicht nur deshalb reißt diese tiefschürfende Story mit. Denn Hákonarson gelingt es mit viel Fingerspitzengefühl, seine Figuren ausgewogen darzustellen und zu entwickeln. Anhand eines expliziten Beispiels zeigt er die Schwächen im System und Spiel um Macht sowie Kontrolle von Arbeitskräften auf.

Diese universelle Thematik funktioniert dank Inga bestens. Sie dient als Ankerpunkt für die Zuschauer und bietet darüber hinaus viel Identifikationspotenzial. Das liegt auch an der großartigen Leistung von Egilsdóttir (TV-Serie "Fangar"), die ihren Charakter mit viel Leben füllt und damit hintergründig darstellt.

Ihr kauft man die Rolle als schwer arbeitende Bäuerin bedingungslos ab, nachdem sie direkt zu Beginn einer Kuh bei der Geburt ihres Kalbs half. Außerdem erdet Egilsdóttir in Verbindung mit dem erstklassigen Drehbuch und den pointierten Dialogen, das Drama.

"Milchkrieg in Dalsmynni" überzeugt als hintergründiges Drama und trifft den Zeitgeist

Inga (Arndís Hrönn Egilsdóttir) muss sich nun alleine um die vielen Kühe kümmern.
Inga (Arndís Hrönn Egilsdóttir) muss sich nun alleine um die vielen Kühe kümmern.  © PR/© 2020 Alamode Film

Dazu sind ihre Entscheidungen und Motive allesamt nachvollziehbar, was dazu führt, dass man auch emotional mit ihrer Protagonistin mitfiebern kann.

All das hängt auch mit der Art und Weise der Inszenierung zusammen. Hákonarson treibt seine Storys nüchtern, fast schon dokumentarisch voran, was die Authentizität seines Werkes noch verstärkt.

Des Weiteren setzt er auf Subtilität und ein gediegenes Erzähltempo, weshalb man seinem außergewöhnlichen Film trotz kleinerer Durchhänger gerne folgt.

Zur stimmigen Atmosphäre tragen auch die weiten, kargen und beeindruckenden Landschaften bei, die eine eigene Figur sind und entscheidend mit zum Gelingen dieses bedeutsamen Dramas beitragen.

Dazu überzeugen auch die gute Musikuntermalung, die authentischen Kostüme, die zweckdienliche Ausstattung und die ruhige Kameraführung, die immer wieder für große cineastische Momente sorgt.

Deshalb ist "Milchkrieg in Dalsmynni" ein sehenswertes Drama geworden, das den Zeitgeist mit seiner aktuellen Geschichte trifft, dazu mit starken schauspielerischen Leistungen und einem hervorragenden Skript punkten kann.

Inga (Arndís Hrönn Egilsdóttir) ist durch ihre langjährige Arbeit als Bäuerin abgehärtet und weiß mit Schwierigkeiten umzugehen.
Inga (Arndís Hrönn Egilsdóttir) ist durch ihre langjährige Arbeit als Bäuerin abgehärtet und weiß mit Schwierigkeiten umzugehen.  © PR/© 2020 Alamode Film

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