Militär-Museum zeigt Sonderausstellung zum Hitler-Attentat vor 75 Jahren

Dreseden - Der Titel der Ausstellung sagt nicht die Wahrheit. Damit erzeugt er ein Spannungsfeld zwischen zwei Polen: dem tatsächlichen Scheitern und der hypothetischen Frage, was geworden wäre, wenn das Vorhaben gelungen wäre.

Die Büste Stauffenbergs.
Die Büste Stauffenbergs.  © Sebastian Kahnert

Die Rede ist vom Attentat auf Adolf Hitler, das sich am Sonnabend, den 20. Juli, zum 75. Mal jährt. Das Militärhistorische Museum (MHM) hat dazu eine großartige Schau entwickelt.

"Der Führer Adolf Hitler ist tot", so ist der Titel. Hitler, getötet in der Lagerbaracke des Führerhauptquartiers "Wolfsschanze" in Ostpreußen von einer Bombe, die der Wehrmachts-Offizier und Verschwörer Claus Schenk Graf von Stauffenberg hochgehen ließ, um exakt 12:42 Uhr? Es kam anders.

Als "Operation Walküre" ist das Attentat Geschichte geworden.

Was wäre gewesen, hätte das Attentat Erfolg gehabt? Hätten die Verschwörer, wie geplant, die Macht in Deutschland übernehmen können? Wäre der Krieg vorzeitig beendet worden? Müßige, dennoch interessante Fragen, die beim Gang durch die Ausstellung immer präsent sind. Die Wirklichkeit ließ Hitler überleben. Vier der Anwesenden seien beim Attentat gestorben, heißt es, allein der Diktator erleidet nicht mehr als kaum bedrohliche Verbrennungen, Prellungen und den Verlust beider Trommelfelle.

Doch er ist außer sich. Noch in der Nacht zum 21. Juli verliert nicht nur Stauffenberg sein Leben. Der Staatsstreich ist gescheitert.

Die Plakate mit den "Steckbriefen" der Attentäter, von Lampen beleuchtet. Darüber der Schriftzug, der den Titel der Ausstellung abgibt. Am Jahrestag des 20. Juli ist der Museumsbesuch übrigens auch die Dauerausstellung betreffend kostenlos.
Die Plakate mit den "Steckbriefen" der Attentäter, von Lampen beleuchtet. Darüber der Schriftzug, der den Titel der Ausstellung abgibt. Am Jahrestag des 20. Juli ist der Museumsbesuch übrigens auch die Dauerausstellung betreffend kostenlos.  © Sebastian Kahnert

Die Ausstellung hat drei Schwerpunkte. Sie besteht im Wesentlichen aus Plakaten, die 14 am Umsturzversuch Beteiligte porträtiert, aus einer Fotowand mit Bildern aus dem Kriegsjahr 1944 sowie aus der genauen Nachbildung jener Lagerbaracke, die vor etwas mehr als zehn Jahren für den Hollywood-Film "Operation Walküre - Das Stauffenberg-Attentat", mit Tom Cruise, entstand. Eine Stauffenberg-Büste gehört zur Schau, außerdem sind viele Originaldokumente eingewoben.

In einem Dokument, das in falscher Annahme per Fernschreiber versendet wurde, wird mit obigem Zitat der Tod Hitlers verkündet.

Hitler starb bekanntlich gut neun Monate später, am 30. April 1945, durch Suizid. Hunderttausenden haben Krieg und Verfolgung in dieser Zeitspanne das Leben genommen.

Die Ausstellung läuft seit 4. Juli und ist geöffnet bis 3. Dezember. Der Eintritt ist frei.

Ein Besucher schaut auf die Kriegsbilder des Jahres 1944.
Ein Besucher schaut auf die Kriegsbilder des Jahres 1944.  © Sebastian Kahnert

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