Millionen-Verluste für Charité, weil ausländische Patienten nicht zahlen

Mit neuer weißer Fassade präsentiert sich das Bettenhaus der Charite nach der umfangreichen Renovierung.
Mit neuer weißer Fassade präsentiert sich das Bettenhaus der Charite nach der umfangreichen Renovierung.  © DPA

Berlin - Weil ausländische Patienten, aber auch Flüchtlinge und mittellose Menschen, ihre Rechnungen nicht bezahlten, verbucht das Universitätsklinikum Charité einen Millionen-Verlust, wie die Berliner Morgenpost berichtet.

Privatpatienten, Bedürftige und vor allem ausländische Patienten sorgten in den vergangenen Jahren dafür, dass der Charité Millioneneinnahmen verloren gingen. Unzählige Rechnungen für geleistete Behandlungen wurden schlichtweg nicht bezahlt.

Besonders ärgerlich: Internationale Patienten bekamen keine ordentliche Rechnung, zudem wurden Mahnungen versäumt. So gingen der Klink im laufenden Jahr bereits 3,3 Millionen Euro verloren. Bereits 2015 musste eine Millionensumme ausbalanciert werden.

So türmten sich ausstehende Zahlungen auf 60 bis 70 Millionen Euro auf, wie der oberste Controller der Charité, Robert Jacob, laut der Zeitung in einer vertraulichen Sitzung des Beteiligungsausschusses im Abgeordnetenhaus mitteilte.

Der Vorstandsvorsitzende der Charite, Karl Max Einhäupl, spricht Anfang November auf einer Pressekonferenz über die geplanten Investitionen in den nächsten Jahren.
Der Vorstandsvorsitzende der Charite, Karl Max Einhäupl, spricht Anfang November auf einer Pressekonferenz über die geplanten Investitionen in den nächsten Jahren.  © DPA

Doch es geht nicht nur um reiche Selbstzahler, heißt es. Auch Flüchtlinge und Mittellose führen zum Millionen-Problem. "Die sind auch nicht immer einfach einzubringen. Das sind die problematischen", so der Controller.

Aber auch bei den unversicherten Aus- und Inländer, die in der Notaufnahme behandelt werden mussten, sei es relativ kompliziert, das Geld einzutreiben.

Die Klinikleitung hat mittlerweile reagiert und neue Mitarbeiter eingestellt, um die ausstehenden Zahlungen abzuarbeiten. Eine Besserung sei bereits in Sicht.

Vor allem Patienten aus Russland und dem arabischen Raum, die lange Zeit als lukrative Einnahmequelle für die Charité galten, erweisen sich nun als größtes Problem. Weil sie "andere Standards" in ihren Heimatländer gewöhnt seien, werde oft nicht gezahlt, sagte Charité-Vorstandschef Karl Max Einhäupl.

Jede Million, die der Klinik fehlt, tut weh. Vor allem weil jedes Jahr aufs Neue rote Zahlen drohen.

Titelfoto: DPA


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