Einbruch im Berliner KaDeWe: Der Millionencoup wird nie aufgeklärt!

Berlin - Der millionenschwere Einbruch in das Berliner Luxuskaufhaus KaDeWe vor zehn Jahren wird nach Einschätzung der Oberstaatsanwaltschaft wohl nie aufgeklärt.

Ein Kameramann filmt am 27.01.2009 in Berlin vor dem KaDeWe (Kaufhaus des Westens).
Ein Kameramann filmt am 27.01.2009 in Berlin vor dem KaDeWe (Kaufhaus des Westens).  © Gero Breloer/dpa

Gegen ein verdächtiges Zwillingspaar wird definitiv nich neu ermittelt. "Wir haben uns die Zähne ausgebissen - das Verfahren ist tot", sagte Oberstaatsanwalt Sjors Kamstra der Deutschen Presse-Agentur. "Das war eine sehr gut geplante Tat."

In der Nacht zum 25. Januar 2009 waren Diebe in das Kaufhaus des Westens eingebrochen, sie stahlen Uhren und Schmuck im Millionenwert. Die beiden festgenommenen Brüder wurden wieder freigelassen, weil eine DNA-Spur in einem sichergestellten Handschuh keinem der beiden eindeutig zugeordnet werden konnte. Die Ermittlungen wurden 2010 eingestellt. Danach war erwogen worden, mit neuen wissenschaftliche Methoden die Täter doch noch zu überführen.

Es gebe keine neuen Ermittlungen, hieß es.

Ein Polizeiwagen steht in Berlin vor dem Kaufhaus des Westens.
Ein Polizeiwagen steht in Berlin vor dem Kaufhaus des Westens.  © Gero Breloer/dpa

Die Staatsanwaltschaft habe auch ein Bewegungsgutachten erstellen lassen, so Ermittler Kamstra. Die Analyse von Videoaufnahmen vom Tatort sei zu dem Schluss gekommen, dass die Zwillinge nicht mit den maskierten Tätern auf den Kaufhaus-Kameras identisch sind.

Für eine Anklage habe es nicht gereicht, sagte der Oberstaatsanwalt. Zudem sei die DNA-Spur "nur mäßig" gewesen - es war ein winziger Schweißtropfen in dem Handschuh. All das habe gegen ein neues Verfahren gesprochen.

Nach der Entdeckung des Handschuhs und der Festnahme der damals 27-jährigen polizeibekannten Zwillinge in der Nähe von Bremen freuten sich die Ermittler zu früh. Wer von den beiden Zwillingen den Schweiß hinterließ, konnte wegen des identischen Erbmaterials nicht eindeutig festgestellt werden.

Die Brüder warteten in der Untersuchungshaft ab und schwiegen. Mitte März 2009 wurden sie entlassen und posierten öffentlich als Sieger. Der dritte Täter blieb völlig im Dunkeln. Der Großteil der Beute tauchte nicht wieder auf.

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