Reiselust wurde zum Verhängnis: Pfarrer-Ehepaar unter den Toten bei Busunglück auf Madeira

Minden/Madeira – Traurige Gewissheit! Unter den 29 Toten des Busunglücks auf der portugiesischen Insel Madeira befand sich auch ein Pfarrer-Ehepaar aus Minden.

29 Menschen kamen bei dem Busunglück ums Leben, darunter auch ein Ehepaar aus Minden.
29 Menschen kamen bei dem Busunglück ums Leben, darunter auch ein Ehepaar aus Minden.

Die Tochter des Paares erhielt die offizielle Bestätigung über den Tod ihrer Eltern am Dienstag vom Auswärtigen Amt.

Seit Karfreitag hatte die Familie für ihre Angehörigen gebetet, doch ein DNA-Abgleich brachte traurige Gewissheit: Pfarrer i.R. Heinz-Wilhelm Weber (66) aus Minderheide und seine Frau Ricarda (60) starben so wie 27 andere deutsche Urlauber bei dem tragischen Unglück auf der Atlantikinsel.

27 weitere Menschen wurden verletzt, darunter der portugiesische Busfahrer und die ebenfalls einheimische Reiseleiterin.

Heinz-Wilhelm Weber war 20 Jahre als Pfarrer der Mindener Kirchengemeinde Leteln und Aminghausen tätig, auch seine Frau arbeitete als Pfarrerin. 2011 entschieden sich die Eltern von zwei Töchtern weniger zu arbeiten und entdeckten ihre Leidenschaft fürs Reisen.

Leidenschaft fürs Reisen

Der Bus mit den Urlaubern stürzte einen Abhang hinunter.
Der Bus mit den Urlaubern stürzte einen Abhang hinunter.  © DPA

So auch am vergangenen Dienstag, als das Paar nach Madeira aufbrach, um die Insel mit dem Bus zu erkunden. Am Mittwochmorgen hörte die Familie zum letzten Mal etwas von den Urlaubern.

Am Abend des selben Tages verunglückten sie nahe der Hauptstadt Funchal, als ihr Reisebus einen Abhang hinunter stürzte und auf ein Haus krachte.

Seitdem steht die Familie der Mindener vor einem Scherbenhaufen. Auch die Kirchengemeinde ist zutiefst getroffen. "Wir sind geschockt und traurig", teilte das Presbyterium von St. Markus gegenüber der Neuen Westfälischen mit.

Wann die Trauerfeier stattfinden kann, ist noch nicht klar. Weil noch nicht alle Opfer des Unglücks identifiziert sind, steht der Termin für die Überführung noch aus.

Nach dpa-Informationen muss Nordrhein-Westfalen mit rund einem Dutzend Todesopfer aus seinen Städten und Gemeinden rechnen. Betroffen sind demnach viele Landesteile.

Bekannt ist bislang, dass unter den tödlich Verletzten ein Ehepaar aus Euskirchen ist. Und nach Angaben der Stadt Köln sind zwei Mitarbeiterinnen einer Kindertageseinrichtung der Domstadt unter den Todesopfern.

Titelfoto: DPA

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