Minge ist genervt über zu geringe TV-Gelder

Grenzgänger! Deutlich zu sehen: Die geringen TV-Gelder für die Drittligisten bereiten auch Dynamos Sportchef Ralf Minge Kopfzerbrechen.
Grenzgänger! Deutlich zu sehen: Die geringen TV-Gelder für die Drittligisten bereiten auch Dynamos Sportchef Ralf Minge Kopfzerbrechen.

Von Dirk Löpelt

Dresden - Die 3. Liga ist ein kostspieliges Abenteuer. Um oben mitspielen oder gar aufsteigen zu können, gehen die Vereine an ihre wirtschaftlichen Grenzen - manche wohl sogar darüber hinaus. Und das kann schnell gefährlich werden.

„Um aus dieser Liga nach oben rauszukommen, ist man Grenzgänger“, gibt Ralf Minge zu. Dynamos Sportdirektor will mit seiner SGD in dieser Saison angreifen. „Wir wollen aufsteigen“, hatte Trainer Uwe Neuhaus deutlich gemacht. Doch das finanzielle Risiko ist enorm.

Der Lizenzspieler-Etat wurde auf 3,8 Millionen Euro aufgestockt - Dynamo ist damit der Krösus der Liga. Sportliche Erfolg garantiert das noch nicht.

Immerhin kann sich der Verein Umsätze auf Zweitliga-Niveau vorweisen - 19 Millionen Euro waren es in der Saison nach (!) dem Abstieg aus der 2. Bundesliga. Drei Millionen Euro Gewinn wurden verzeichnet und die finanzielle Krise als beendet erklärt. Und es könnte noch besser werden: Bisher sind fast 13000 Dauerkarten verkauft worden - absoluter Vereinsrekord, von der Liga gar nicht zu reden.

Seit Jahren liefert Sky tolle Bilder der 1. und 2. Bundesliga. Durchaus möglich, dass der Pay-TV-Sender auch bald die Partien der 3. Liga überträgt.
Seit Jahren liefert Sky tolle Bilder der 1. und 2. Bundesliga. Durchaus möglich, dass der Pay-TV-Sender auch bald die Partien der 3. Liga überträgt.

Dennoch treibt auch die Schwarz-Gelben ein Umstand um, der nicht mehr zeitgemäß scheint: die Fernsehgelder. Statt fünf bis sechs Millionen Euro in der 2. Liga bekommt jeder Drittligist nur schlappe 750000 Euro. Obwohl die Kosten sich fast gleichen.

„Die Vereine müssen an ihre wirtschaftlichen Grenzen gehen, um aufzusteigen. Denn dafür braucht man eigentlich eine Mannschaft auf Zweitliga-Niveau. Auf Dauer hält das keiner durch“, sagt CFC-Sportdirektor Stephan Beutel. Die Himmelblauen, die 3,3 Millionen Euro für ihre Profis stemmen, haben dennoch kräftig in ihre Truppe investiert und zählen neben Dynamo, Kiel, Wehen Wiesbaden und den Stuttgarter Kickers zum Favoritenkreis.

Aues Boss Helge Leonhardt findet wie immer klare Worte: „Wir mussten aufgrund der fehlenden Fernsehgelder den Etat fast halbieren. Zwölf Millionen Euro an Fernsehgeldern für 20 Mannschaften - das ist fast ein Skandal, eine Provokation aber auf alle Fälle. Die 1., 2. und 3. Liga muss meiner Meinung nach als ein Bundesliga-Paket verkauft werden. Die Fernsehgelder müssen schon gestaffelt werden, das ist klar, so ist aber die Schere zu gravierend. Das ist fast nicht mehr zu bezahlen. Das schaffst du nur, wenn eben alle Sponsoren bei der Stange bleiben und zusammenhalten. Und das ist eine enorme Herausforderung. Hier ist der DFB gefordert.“

Das von Leonhardt angesprochene „Bundesliga-Paket“ könnte eine oder gar d i e Lösung sein - und die ist vielelicht gar nicht mehr so fern Denn es ist kein Geheimnis: Der Pay-TV-Sender Sky denkt laut über ein Engagement auch in der 3. Liga nach.

Die Rechte für die 1. und 2. Bundesliga haben die Unterföhringer bereits seit Jahren, das Paket wäre also schon zu zwei Dritteln geschnürt. Dann würde es für die Drittligisten sicher deutlich mehr TV-Gelder geben ...

Fotos: Ove Landgraf


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