Nun meldet sich der Ministerpräsident zur Horror-Tat von Staufen

Stuttgart - Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, zeigt sich entsetzt nach den Urteilen im Freiburger Missbrauchsprozess.

Winfried Kretschmann äußert sich erstmals über den grausamen Missbrauchsfall, der am vergangenen Dienstag vor Gericht verhandelt wurde.
Winfried Kretschmann äußert sich erstmals über den grausamen Missbrauchsfall, der am vergangenen Dienstag vor Gericht verhandelt wurde.  © DPA

"Wir müssen genau schauen, ob und welche Fehler in diesem konkreten Fall gemacht wurden", betonte der Grünen-Politiker am Mittwoch. "[...] mir geht das auch tief unter die Haut."

Laut ihm soll nun alles daran gesetzt werden, dass das Wohl der Kinder und Jugendlichen bestmöglich geschützt wird. Ob, und welche Verbesserungen beim Kinder- und Jugendschutz vorgenommen werden können, muss nun geprüft werden.

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, deutet auf erheblich strukturelle Probleme hinsichtlich der Arbeit zum Jugendschutz hin und nennt etwa eine Überlastung von Jugendämtern. Kretschmann betone allerdings, dass die Landesregierung bereits eine Arbeitsgruppe aus Sozial-, Justiz- und Innenministerium eingerichtet habe, die nun nach Abschluss des Gerichtsverfahrens im Fall Staufen zeitnah Ergebnisse liefern will.

Die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Stellen soll weiterhin verbessert werden, dazu diene unter anderem die Arbeitsgruppe. Neben Fortbildungen für Mitarbeiter von Jugendämtern sollen auch andere Mitarbeiter, wie beispielsweise Familienrichter, für Gefahren sensibilisiert werden, damit der Kindesmissbrauch verhindert werden kann. Dazu sei auch ein verpflichtender Austausch zwischen den Familiengerichten, den Jugendämtern und der Staatsanwaltschaft unabdingbar.

"Der Staat muss auch Behördenmitarbeiter besser ausbilden, damit künftig sichergestellt ist, dass unschuldige Kinder perversen Kriminellen nicht ausgeliefert sind - schon gar nicht über einen längeren Zeitraum", sagte die Bundesgeschäftsführerin der Opferhilfsorganisation Weißer Ring, Bianca Biwer.

Ob die neuen Maßnahmen nun Früchte tragen werden, wird sich in der kommenden Zeit hoffentlich zeigen. Fakt ist, dass kein unschuldiges Kind oder Jugendlicher jemals mehr einer so grausamen Tat ausgesetzt sein sollen.


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