Frau könnte sterben, wenn sie ihren Ehemann küsst

Minneapolis - Wenn Johanna Watkins (29) aus Minneapolis ihren Ehemann Scott küsst, könnte sie das ihr Leben kosten. Denn ihr Immunsystem reagiert allergisch auf ihn.

Scott und Johanna Watkins sind seit fünf Jahren verheiratet. Derzeit dürfen sie sich nicht mal im selben raum aufhalten.
Scott und Johanna Watkins sind seit fünf Jahren verheiratet. Derzeit dürfen sie sich nicht mal im selben raum aufhalten.  © Screenshot Facebook/Scott Watkins

Johanna Watkins leidet unter einer sehr seltenen Krankheit, dem Mastzellaktivierungssyndrom.

Je nachdem, wo sich die krankhaft veränderten Mastzellen im Körper der Betroffenen angesiedelt haben, können verschiedene Symptome auftreten. Häufig sind sie denen einer Fibromyalgie ähnlich (Gelenk- und Muskelschmerzen). Oder denen des Reizdarmsyndroms (unter anderem Durchfall bzw. Verstopfung, Bauchkrämpfe).

Doch auch Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Ausschläge auf der Haut, Asthma, Panikattacken oder sogar Depressionen können auftreten. Die Symptome kommen schubweise und können anfallartig sein.

Bei Johanna Watkins sind es Allergie auslösende Personen, die einen Anfall verursachen können. Allen voran ihr Ehemann Scott. Das Paar hat 2013 geheiratet. Damals hätte Johanna nicht geahnt, wie schlimm ihre Beschwerden einmal werden, erzählte sie der "BBC". Auf andere Menschen habe sie allerdings damals schon reagiert, sogar auf ihre Eltern!

So lebensgefährlich wie bei Scott sei es aber nie gewesen. Selbst ein Kuss könnte tödlich sein. Und weil Johannas Immunsystem inzwischen so extrem geschwächt ist, muss sie sogar "den Kontakt zu ihrem Mann meiden", berichtet die "Augsburger Allgemeine". Seinen Alltag gestaltet das Paar deshalb getrennt. Nicht mal im selben Raum dürfen sie sein.

Wie sie ihr gemeinsames Leben trotzdem meistern, dokumentiert Scott Watkins bei Facebook. Zeit verbringen sie "gemeinsam", indem sie etwa - in verschiedenen Räumen - zeitgleich eine Serie schauen oder miteinander chatten.

Bei gesunden Menschen aktivieren die Mastzellen die körpereigene Abwehr, sobald ein schädlicher Stoff Kurs auf den Körper nimmt. Doch durch einen Gendefekt lösen sie bei Johanna Watkins die Abwehr auch bei "völlig harmlosen Reizen" (Augsburger Allgemeine) aus. Mit dem Ergebnis, dass das Immunsystem der jungen Frau völlig durcheinander gebracht ist.

Wann sich das Paar wenigstens mal wieder in die Arme nehmen kann, ist völlig unklar. Denn das Mastzellaktivierungssyndrom ist nicht heilbar, es kann nur mit Medikamenten behandelt werden.

Titelfoto: Screenshot Facebook/Scott Watkins


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