Minuten-Protokoll: So lief der spektakuläre Juwelen-Raub in Dresden

Dresden - Es ist der spektakulärste Raub in der jüngeren Geschichte Dresdens. Einbrecher steigen ins Grüne Gewölbe ein, klauen aus einer Vitrine Teile des Staatsschatzes aus dem 18. Jahrhundert. Es fehlen Diamanten und Brillanten in unermesslichem Wert. So lief Einbruch ab.

Durch dieses Fenster brachen die Diebe ein.
Durch dieses Fenster brachen die Diebe ein.  © TAG24

Über ein Fenster im Erdgeschoss stiegen die Kunsträuber kurz vor 5 Uhr ein. Durchtrennten das Fenstergitter, bogen es auf, zerschlugen die Scheibe, stiegen ein, eilten ein paar Räume weiter ins Juwelenzimmer, zertrümmerten dort das Sicherheitsglas der Vitrine und flüchteten - drei Juwelengarnituren aus der Zeit Augusts des Starken (1670-1733) im Gepäck - offenbar über den gleichen Weg. Sie waren schnell, ihr Einbruch geplant.

Um 4.59 Uhr alarmierte der Sicherheitsdienst im Residenzschloss über den Notruf 110 die Polizei. Auf den Monitoren in der Sicherheitszentrale hatten die Wachleute einen der Diebe gesehen.

Um 5.04 Uhr waren die ersten Polizisten vor Ort. Da waren die Räuber gerade weg. Nur eine Minute später gab es einen Hinweis auf ein Fluchtfahrzeug. Es wurde auch auf Videomaterial gesehen.

5.08 Uhr traf der Kripo-Dauerdienst ein. Alle verfügbaren Funkstreifenwagen (16 insgesamt) wurden alarmiert. Zur gleichen Zeit (5.09 Uhr) ging das Licht am Theaterplatz aus.

Fluchtwagen in Tiefgarage abgefackelt

Diese Vitrine wurde aufgeschlagen.
Diese Vitrine wurde aufgeschlagen.

Der Brand eines Elektroverteilers an der Hofkirche wurde erst 5.21 Uhr gemeldet.

Um 5.14 Uhr brannte ein abgemeldetes Auto in einer Tiefgarage an der Kötzschenbroder Straße, nahe der Autobahn. "Es ist nicht ausgeschlossen, dass es sich um das Fluchtfahrzeug handelt", so Lange. Inzwischen wurde auch die Bundespolizei sowie die Kollegen in Brandenburg, Polen und Tschechien um Unterstützung gebeten. Bislang ist die Fahndung erfolglos.

Seit 7 Uhr ermittelt eine Soko der LKA mit zehn Beamten. Die Angst um die Juwelen, die weltbekannt sind und schon deshalb nicht als Ganzes verkauft werden könnten, steigt: "Der Wert ist unbezifferbar und liegt in der Vollständigkeit der Garnituren", so Marion Ackermann (54), Direktorin der SKD.

Dirk Syndram (64), Direktor des Grünen Gewölbes, spricht von einem "Weltkulturerbe". Fragen, warum dieser Schatz so einfach verschwinden konnte, bleiben offen: Warum sah der Wachdienst nur Bilder der Ganoven, warum machte offenbar kein Alarm am Fenstergitter oder spätestens beim Einsteigen der Juwelenräuber die zwei Wachleute aufmerksam auf die Kunsträuber. Zur Einbruchszeit war die Stromversorgung - sollte der Ausfall überhaupt Einfluss auf das Schloss gehabt haben - intakt.

Alle Ereignisse des Tage zum Juwelen-Raub sind nachzulesen im Liveticker von TAG24.

Der völlig ausgebrannte Audi A6.
Der völlig ausgebrannte Audi A6.  © Tino Plunert

Titelfoto: Norbert Neumann

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