Missbrauch in Kinderheimen: Mehr als 2400 Menschen melden sich

Stuttgart - Die Beratungsstelle hat sechs Jahre die Erfahrungen und Erlebnisse ehemaliger Heimkinder gesammelt. Der Abschlussbericht wird am Montag in Stuttgart vorgestellt.

Sozialminister Manne Lucha stellt am Montag den Abschlussbericht zur Aufarbeitung dieses Kapitels vor.
Sozialminister Manne Lucha stellt am Montag den Abschlussbericht zur Aufarbeitung dieses Kapitels vor.  © DPA

Sechs Jahre lang hat die Beratungsstelle "Heimerziehung 1949-1975 Baden-Württemberg" Erlebnisse ehemaliger Heimkinder gesammelt. Mehr als 2400 Männer und Frauen meldeten sich, und berichteten von teils schrecklichen Erfahrungen in den Heimen in Baden-Württemberg.

Am Montag (10.15 Uhr) stellt Sozialminister Manne Lucha (Grüne) in Stuttgart den Abschlussbericht zur Aufarbeitung des dunklen Kapitels vor. Auch zahlreiche Betroffene werden bei der Veranstaltung dabei sein.

Unzählige Kinder in baden-württembergischen Heimen waren über Jahrzehnte hinweg Missbrauch und Gewalt ausgesetzt.

Über 2400 ehemalige Heimkinder meldeten sich bei der Beratungsstelle und berichten von ihren Erlebnissen. (Symbolbild)
Über 2400 ehemalige Heimkinder meldeten sich bei der Beratungsstelle und berichten von ihren Erlebnissen. (Symbolbild)  © DPA

Update 12 Uhr

Die Verfolgung von gewalttätigen Heimerziehern der 60er und 70er Jahre darf nach Ansicht von Opfern nicht verjähren. "Die müssten bis an ihr Lebensende bangen müssen, verfolgt zu werden", sagte das Ex-Heimkind Willy Dorn (64) aus Ulm am Montag in Stuttgart. Dort legte Sozialminister Manne Lucha (Grüne) den Abschlussbericht der Beratungsstelle "Heimerziehung 1949-1975 Baden-Württemberg" vor.

2400 Männer und Frauen haben sich dort in den vergangenen sechs Jahren gemeldet und von teils schrecklichen Erfahrungen in den Heimen in Baden-Württemberg berichtet.

Das ist ein Bruchteil der vermuteten Opfer, die in den Heimen unter Gewalt und Demütigungen gelitten haben. Bundesweit geht man von 800 000 aus.

Titelfoto: DPA


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