Trainer missbrauchte jahrelang seine Schützlinge

Insgesamt sechs Kinder soll ein ehemaliger Tischtennis-Trainer aus Höfingen missbraucht haben. Jetzt legte er ein Geständnis ab. (Symbolfoto)
Insgesamt sechs Kinder soll ein ehemaliger Tischtennis-Trainer aus Höfingen missbraucht haben. Jetzt legte er ein Geständnis ab. (Symbolfoto)  © dpa/Patrick Pleul

Stuttgart/Leonberg - Jahrelang soll sich ein ehemaliger Tischtennis-Trainer aus Höfingen (Landkreis Böblingen) an Kindern vergangen haben. Schon am zweiten Prozesstag dann die Überraschung: Der 62-Jährige gestand alles.

Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, soll der Mann zwischen 1997 und 2016 insgesamt sechs Kinder im Alter von sieben und elf Jahren sexuell missbraucht haben. Nachdem die Staatsanwältin am zweiten Tag des Missbrauchs-Prozesses die Anklage verlesen hatte, lies der Ex-Jugentrainer des TSV Höfingen einen seiner Anwälte eine Erklärung vorlesen - und räumte alle Vorwürfe ein.

So soll er zum ersten Mal 1997 mit zwei Jungs nackt ins Bett gegangen sein. Häufig seien die Taten in seiner Berghütte im österreichischen Lochau am Pfänder geschehen. Unter anderem soll er auch Kinder missbraucht haben, mit denen er wochenends am Nürburgring war, um ein Autorennen anzuschauen.

Am Ende fanden Polizisten bei Durchsuchungen in seiner Wohnung und in der Berghütte auf seinem Laptop sowie auf Foto-Speicherkarten rund 800 Bilder und mehrere Hefte mit kinderpornografischem Inhalt.

Sein Anwalt erklärte, dass der 62-Jährige die Taten gestehe und ihm alles sehr leid tue. „Er bittet ausdrücklich um Verzeihung“, so Anwalt Fritz Döringer. Der Ex-Trainer wolle den Schaden wieder gutmachen. Dazu habe er Kontakt mit den Anwälten der Kinder aufgenommen.

Mit Blick auf den Verein sagte der Angeklagte, dass er 42 Jahre lang ehrenamtlich in der Tischtennisabteilung des TSV Höfingen tätig gewesen sei. Kommendes Jahr könnte er seine 50-jährige Mitgliedschaft beim TSV feiern. Wegen einer Schwerbehinderung sei er 2015 vorzeitig in den Ruhestand entlassen worden. Seither habe er sich verstärkt darum bemüht, Kinder zum Tischtennis zu bringen. „Das war ein Full-Time-Job. Ich habe neben dem Anfänger-Training dreimal pro Woche auch Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Grundschule Höfingen wie die Tischtennis- AG oder Schnupper-Kurse angeboten.“

Bis zum 17. März dieses Jahres. Damals sei er aus dem Skiurlaub zurückgekommen und direkt zur Sporthalle gefahren, wo ein Jugendteam mit 5:0 geführt habe. Wie die Stuttgarter Zeitung weiter schreibt, habe er auf den Sieg Eistee kaufen und einen Trinkstiefel von Zuhause holen wollen. Dabei wurde er festgenommen.

Der TSV Höfingen schließt eine Rückkehr des früheren Trainers ins Vereinsleben aus. „Wir haben in einer Vorstandssitzung vor einem Monat beschlossen, dass der Angeklagte unehrenhaft aus dem Verein ausscheiden muss und werden ein lebenslanges Verbot gegen ihn aussprechen, das Sportgelände des TSV Höfingen jemals wieder zu betreten“, erklärte TSV-Vorsitzender Uli Hoppe. Der Prozess wird am 29. September um 12 Uhr fortgesetzt.

Titelfoto: dpa/Patrick Pleul


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