Missbrauchsfall Bergisch Gladbach: Polizei jagt weitere Täter

Bergisch Gladbach/Köln – Der Missbrauchsfall von Bergisch Gladbach zieht immer weitere Kreise: Die Polizei befürchtet, dass noch unbekannte Täter nach wie vor aktiv sind.

Zum Missbrauchsfall Bergisch Gladbach werden fast täglich neue Details bekannt (Archivbild).
Zum Missbrauchsfall Bergisch Gladbach werden fast täglich neue Details bekannt (Archivbild).  © Marius Becker/dpa

Mehr als 150 Ermittler arbeiten mit Hochdruck an der Auswertung der sichergestellten Daten, "um schnellstmöglich noch andauernden Kindesmissbrauch zu unterbinden", wie die federführende Kölner Polizei am Freitag erklärte.

Die Dimension des Falls ist demnach noch nicht abzuschätzen. Aber es sei zu erwarten, dass die Ermittlungen sich auf andere Bundesländer und möglicherweise bis ins Ausland ausweiten.

Deshalb sollten am Freitag das Bundeskriminalamt (BKA) und alle Landeskriminalämter (LKA) in Telefonkonferenzen auf den aktuellen Stand gebracht werden.

Bisher sind sechs Männer festgenommen worden. Die bislang bekannten neun Opfer sind zwischen unter einem und zehn Jahren alt - es handelt sich überwiegend um Kinder oder Stiefkinder der Verdächtigen.

Der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob hatte am Mittwoch gesagt, dass es wahrscheinlich noch mehr Opfer und Täter gebe. Denn die Verdächtigen hätten in Chat-Gruppen mit bis zu 1800 Mitgliedern kinderpornografische Fotos ausgetauscht (TAG24 berichtete).

Riesige Datenmengen werden ausgewertet

Ausgangspunkt für die aktuellen Ermittlungen war der Fund von kinderpornografischem Material in Bergisch Gladbach.
Ausgangspunkt für die aktuellen Ermittlungen war der Fund von kinderpornografischem Material in Bergisch Gladbach.  © Federico Gambarini/dpa

Ausgangspunkt für die umfangreichen Ermittlungen waren große Datenmengen mit kinderpornografischem Inhalt, die Ende Oktober bei der Durchsuchung einer Wohnung in Bergisch Gladbach gefunden wurden. Die Bilder auf dem Smartphone des Familienvaters zeigen laut Polizei schweren sexuellen Missbrauch.

Durch Auswertung seines Handys kamen die Ermittler fünf weiteren Verdächtigen auf die Spur, vier stammen aus NRW, einer aus dem Raum Wiesbaden.

Die mittlerweile sichergestellten riesigen Datenmengen werden nun zentral im Düsseldorfer LKA eingelesen. Eine spezielle Software prüft sie auf strafbaren Inhalt und gleicht etwa Bilder miteinander ab, wie ein Sprecher des Innenministeriums erläuterte. Die vorsortierten Daten würden dann den ermittelnden Polizeibehörden zur Verfügung gestellt.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

Mehr zum Thema Köln Crime:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0