Mit der größten Fördersumme! Verein rettet Teufelsbrücken





Klaus Nestler zeigt TAG24-Redakteurin Mandy Schneider, wo die Arbeiten 
an den Teufelsbrücken fortgesetzt 
werden.
Klaus Nestler zeigt TAG24-Redakteurin Mandy Schneider, wo die Arbeiten an den Teufelsbrücken fortgesetzt werden.  © Maik Börner

Chemnitz - Nach jahrzehntelangem Verfall kam ein fast vergessenes Bauwerk 2016 in den Genuss der höchsten Fördersumme im Denkmal-Etat der Stadt: 15.000 Euro erhielt der Freundeskreis des Naturkundemuseums für die Rettung der verwunschenen Mauerbögen im Zeisigwald.

Elf gemauerte Stützbögen spannen sich zwischen senkrechten Abraumhalden des alten Porphyr-Steinbruchs. Der Durchgang ist schon lange wegen Einsturzgefahr gesperrt. Ein Konzept aus dem Jahr 2000, das 2,2 Millionen D-Mark für die Sanierung vorsah, wurde nie umgesetzt.

Sicherungsmaßnahmen gab es erst 2013 unter Regie einer handvoll Enthusiasten des Museums-Freundeskreises. „Ohne die Sicherung stünde heute nichts mehr“, ist sich Vereinsmitglied und Bauunternehmer Klaus Nestler (59) sicher, dessen Firma zum Selbstkostenpreis an den Pfeilern, Bögen und Mauern arbeitet. Drei der elf „Teufelsbrücken“ sind fertig. „Die Vierte folgt im Frühjahr“, so Nestler.

Zum Tag des offenen Denkmals 2016 war das wundersame Bauwerk erstmals wieder zugänglich. Nestler: „Die Chemnitzer hatten großes Interesse. Mehr als 200 kamen zu unseren Führungen.“

Der alte Steinbruch ist auch Ziel wissenschaftlicher Exkursionen, bei denen Naturkundemuseums-Chef Ronny Rößler (51) internationale Experten und Studenten führt. Rößler: „Das ist der einzige geologische Aufschluss, an dem der Vulkan von Chemnitz zu sehen ist.“ Bei dessen Ausbruch war vor 291 Millionen Jahren der Versteinerte Wald entstanden.

So kamen die Teufelsbrücken im Zeisigwald zu ihrem Namen

Der Abraum des Porphyr-Steinbruchs unweit der Dresdner Straße wurde auf zwei Halden getürmt, zwischen denen sich elf gemauerte Stützbögen spannen. Als Verbindungsweg von einer Halde zur anderen soll es eine Holzbrücke gegeben haben. Die Arbeiter balancierten mit schwer beladenen Karren darüber - was teuflisch gefährlich war. Der Porphyr-Abbau im Zeisigwald begann Ende des 18. Jahrhunderts. 1910 wurden die Steinbrüche geschlossen.

Der Blick von oben zeigt die verfallenen Mauerbögen und die sanierten, von 
roten Klinkern bedeckten.
Der Blick von oben zeigt die verfallenen Mauerbögen und die sanierten, von roten Klinkern bedeckten.  © Maik Börner

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