Studenten zünden Polizeiauto an und veröffentlichen es auf Facebook

Die Künstlervereinigung Frankfurter Hauptschule mit ihrem "Kunstprojekt"
Die Künstlervereinigung Frankfurter Hauptschule mit ihrem "Kunstprojekt"  © Frankfurter Hauptschule

Frankfurt - Gefälschte Tickets für die Bayreuther Festspiele, eine Heroin-Performance im Frankfurter Bahnhofsviertel und zuletzt das Knacken von Liebsschlössern am Eisernen Steg. Diese Aktionen gingen auf das Konto des Künstlerkollektivs Frankfurter Hauptschule. Diesmal musste ein Dienstgefährt unserer Gesetzeshüter dran glauben.

Im Rahmen der Jahresausstellung der Frankfurter Kunsthochschule schändeten die jungen Männer und Frauen einen (nicht echten) Polizeiwagen. Dabei bestückten sie die Motorhaube des Fahrzeugs mit Dildos, ehe sie es mit viel Einsatz in Brand steckten.

Die Aktion war Bestandteil der Initiative "Visionäre Ruinen" und stellt sich gegen die vehemente Verdrängung von Drogensüchtigen aus dem Bahnhofsviertel seitens der Polizei. Die Künstler der Frankfurter Hauptschule halten dies eigenen Aussagen nach für einen Säuberungsversuch der "Visitenkarte Frankfurts".

Platziert wurde das Kunstobjekt inmitten des Bahnhofsviertel, wo Passanten nach freiem Gutdünken damit interagieren konnten. Dabei wurden unter anderem Selfies gemacht, Klettertouren aufs Autodach unternommen oder gar auf die Motorhaube uriniert. Erst nach elf Stunden wurde der Polizei das Treiben zu viel und ließ den Wagen abschleppen.

Auf ihrem Facebook-Auftritt zeigt die Künstlertruppe ihr Werk auch im Bewegtbild.

Für Mittwoch, den 7. Februar, kündigten die Künstler zudem an, ein weiteres Video auf ihrem Facebook-Kanal zu veröffentlichen, welches auch die Reaktionen der Passanten auf ihr Projekt zeigen werde.

Den ausgebrannten Fake-Streifenwagen sowie das vollständige Video zur Aktion kann man vom 8. bis zum 11. Februar in der Hochschule für bildende Künste - Städelschule Frankfurt sowie vom 8. März bis zum 5. Mai in der Ausstellung "Kunst der Revolte. Revolte der Kunst" im Studierendenhaus der Goethe-Universität bestaunen.

Das Statement einer Sprecherin der Frankfurter Hauptschule fiel entsprechend der eigenen Werke extrem martialisch aus: “Anstatt Drogensüchtige aus dem Blick der Öffentlichkeit zu drängen, sollte man ihr Elend noch viel greller ausstellen. Wir sind erst zufrieden, wenn das Bahnhofsviertel fest im Griff von Junkies ist. Wir wollen völlig vercrackte Zombiehorden, die mit abgesägten Schrotflinten durch die Münchener Straße patroullieren, während der Rauch von ausbrennenden Einsatzwagen sich mit dem warmen Licht der Abendsonne mischt.”

Auf mehrfache Anfrage hin äußerte sich auch die Frankfurter Polizei via Twitter zur Protestkunst Aktion der Frankfurter Hauptschule.


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