Illegale Einschleusung? Staatsanwalt jagt Dresdner Flüchtlings-Helfer

Ab August wollten die Dresdner im Mittelmeer Leben retten.
Ab August wollten die Dresdner im Mittelmeer Leben retten.  © DPA

Dresden - Machen sich die Mitarbeiter von „Mission Lifeline“ mit ihren humanitären Plänen strafbar? Eigentlich wollen sie ab August Flüchtlinge aus dem Mittelmeer retten. Doch genau deswegen wird jetzt gegen sie ermittelt, berichtet der "Tagesspiegel". Vorwurf: Versuch der illegalen Einschleusung von Ausländern.

Wie die Zeitung schreibt, bestätigte ein Sprecher der Bundespolizei in Pirna, dass die zuständige Dienststelle einen entsprechenden Ermittlungsauftrag der Staatsanwaltschaft Dresden erhalten habe.

Deren Sprecher Lorenz Haase sagte, es sei eine Strafanzeige gegen zwei namentlich Beschuldigte eingegangen. Seine Behörde sei gezwungen, den "Sachverhalt aufzuklären."

Laut Tagesspiegel hatten der Vorsitzende von "Mission Lifeline", Axel Steier, und sein Vize Sascha Pietsch Anfang Juli Vorladungen in die Dresdner Dienststelle der Bundespolizei bekommen. Sie sollen sich dort zu den "vorliegenden Beschuldigungen" äußern.

Steier will sich am heutigen Montagnachmittag mit seinem Anwalt treffen, um das weitere Vorgehen zu beraten. Er hatte das Schreiben zunächst für eine Fälschung gehalten.

Der Vereinschef: "Der Vorwurf ist völlig absurd und an den Haaren herbeigezogen! Seenotrettung ist Pflicht für jedes Schiff. Statt uns zu verfolgen, sollten sich auch die Bediensteten der Justiz für die Menschen einsetzen, die in Seenot geraten! Wir befürchten, dass letztlich versucht werden soll, die Spendenbereitschaft für unsere Mission zu beeinträchtigen."

Mit 190.000 Euro waren am Montag rund 80 Prozent der angepeilten Spendensumme von knapp 240.000 Euro zusammengekommen, mit der ein Rettungsschiff gekauft werden soll.

Update 13.30 Uhr: Nach dem Termin bei seinem Anwalt Johannes Lichdi (53) erklärte Steier auf Anfrage von TAG24: "Wir werden Akteneinsicht beantragen, um gegebenenfalls gegen den oder die Anzeigenerstatter wegen falscher Tatsachenbehauptungen vorzugehen. Außerdem rufen wir alle anständigen Sachsen auf, das Projekt zu unterstützen. Es fehlt noch Geld für die Ausrüstung und den anschließenden monatlichen Unterhalt, der bei 35.000 bis 40.000 Euro liegt."

Der Vorsitzende von "Mission Lifeline", Axel Steier.
Der Vorsitzende von "Mission Lifeline", Axel Steier.

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