Den Falschen verprügelt? Mob nimmt Laden auseinander

Berlin - Brennpunkt Neukölln: Am Samstagnachmittag zogen plötzlich bis zu 20 Personen mit Stöcken und Werkzeugen bewaffnet vor einem Friseursalon in der Sonnenallee.

Mit Stöcken und Werkzeugen schlugen sie gegen die Fensterscheibe des Ladens. (Symbolbild)
Mit Stöcken und Werkzeugen schlugen sie gegen die Fensterscheibe des Ladens. (Symbolbild)  © DPA

Der Mob schlug so lange gegen die Fensterscheibe, bis ein größeres Loch darin klaffte. Auch Stühle eines benachbarten Geschäfts flogen gegen den Laden.

Durch das Loch sprühten sie schließlich Reizgas in den Laden, verletzten Angestellte und Kunden. Ein siebenjähriges Kind und drei Männer im Alter von 20-, 21- und 40-Jahren erlitten Augenreizungen und Atembeschwerden.

Als die Polizei gerade die Anzeigen aufnahmen, fuhr ein Mann in einem VW-Golf am Tatort vorbei. Zeugen erkannten den Mann als einen der Angreifer. Die Beamten nahmen den 37-Jährigen fest.

Den Angriff könnte eine Verwechslung vorausgegangen sein. Wie die B.Z. berichtet wurde ein 22-Jähriger in der Nacht zu Samstag von einer etwa 20 bis 25-köpfigen Gruppe arabischstämmiger Männer auf einer Bank vor dem Rathaus Neukölln angesprochen. Sie umzingelten ihn, schlugen und traten später auf ihn ein.

Einem aus der Gruppe soll jedoch aufgefallen sein, dass es der Falsche sei. Sie entschuldigten sich, putzen seine Sachen sauber und nannten ihn plötzlich "Bruder". Ob zwischen den beiden Angriffen einen Zusammenhang besteht, überprüft nun die Polizei.

Titelfoto: DPA


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