Nach Tod einer Elfjährigen: Mobbing endlich Thema im Berliner Abgeordnetenhaus!

Berlin - Als Reaktion auf die Mobbing-Debatte nach dem Tod einer elfjährigen Schülerin wird nun das Berliner Abgeordnetenhaus aktiv. Auch Mobbing-Probleme an Berliner Schulen werden nach Einschätzung des Landeselternausschusses nun deutlich offener diskutiert als noch vor wenigen Monaten.

Sandra Scheeres will Schüler als Anti-Mobbing-Beauftragte benennen.
Sandra Scheeres will Schüler als Anti-Mobbing-Beauftragte benennen.  © DPA

Im Bildungssauschuss des Parlaments steht am Donnerstag (13.00 Uhr) eine Expertenanhörung an.

Von den Ausführungen der eingeladenen Wissenschaftler, Praktiker und anderen Fachleute erhoffen sich die Abgeordneten auch Aufschluss darüber, wie verbreitet das Problem an den Schulen ist.

Nach Einschätzung des Potsdamer Forschers Sebastian Wachs kommt Mobbing an jeder Schule vor.

Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres hatte vor diesem Hintergrund am Mittwoch ein verstärktes Vorgehen dagegen angekündigt. Unter anderem will die SPD-Politikerin einen Schüler als eine Art Anti-Mobbing-Beauftragten benennen.

Hintergrund der Debatte ist der bislang ungeklärte Tod einer elfjährigen Grundschülerin in Berlin-Reinickendorf vor einigen Wochen.

Medien gingen danach der Frage nach, ob Mobbing an ihrer Schule zu einem Suizidversuch geführt haben könnte. Eine Bestätigung dafür gibt es nicht, die genaue Todesursache ist nach wie vor nicht bekannt.

Anteilnahme mit Message: Nach dem Tod einer elfjährigen wurden an einer Reinickendorfer Grundschule Kerzen für das verstorbene Mädchen angezündet.
Anteilnahme mit Message: Nach dem Tod einer elfjährigen wurden an einer Reinickendorfer Grundschule Kerzen für das verstorbene Mädchen angezündet.  © DPA

Nach Einschätzung des Landeselternausschusses wird Mobbing nun auch verstärkt an Berliner Schulen thematisiert.

Die Debatte nach dem Tod einer elfjährigen Schülerin habe dazu beigetragen, "dass das Thema offener angegangen wird", sagte der Vorsitzende des Gremiums, Norman Heise, vor einer Anhörung im Abgeordnetenhaus der Deutschen Presse-Agentur.

"Man wagt wieder, diese Probleme anzusprechen, statt sie herunterzuspielen." Wichtig seien niedrigschwellige Hilfs- und Beratungsangebote, unkomplizierte Meldeverfahren und Schutz für Mobbingopfer.

Von den Ausführungen der Wissenschaftler, Praktiker und anderer Fachleute erhoffen sich die Abgeordneten auch Aufschluss darüber, wie verbreitet das Problem an den Schulen ist. Ob der Tod der Schülerin mit Mobbing zusammenhängt, ist nicht geklärt.

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