Frau (19) bei Polizeirazzia wegen "Kommunikationsfehler" lebensbedrohlich verletzt

Mobile County - In Mobile County im US-Bundesstaat Alabama wurde eine junge Frau bei einer Polizei-Razzia angeschossen und lebensbedrohlich verletzt. Eigentlich war das Einsatzkommando auf der Suche nach einem 41-jährigen Kriminellen.

Die Beamten rückten zum Einsatz aus, obwohl dazu keine Notwendigkeit bestand. (Symbolbild)
Die Beamten rückten zum Einsatz aus, obwohl dazu keine Notwendigkeit bestand. (Symbolbild)  © 123rf.com/federicofoto

Wie "Fox News" berichtet, hatten die Bundesagenten die Anweisung bekommen, den Verdächtigen, ein Mann namens Nicholas McLeod, am 19. Dezember im Zusammenhang mit mehreren Drogendelikten festzunehmen.

Als die Beamten sein Haus stürmten, schossen sie auf die 19-jährige Ann Rylee, die sich dort gerade aufhielt. Sie wurde dabei schwer verletzt und sofort in ein Krankenhaus eingeliefert.

In einer aufwändigen Operation retteten die Ärzte der Frau das Leben. Ihr Zustand sei zwar noch immer kritisch, aber stabil.

Unfassbar: Nach der Attacke stellte sich heraus, dass der Gesuchte längst in Gewahrsam war!

Denn McLeod wurde schon am 18. Dezember festgenommen. "Aufgrund eines Kommunikationsfehlers" erschienen jedoch am nächsten Tag die Einsatzkräfte vor seinem Haus.

Bedrohte Ann Rylee die Polizisten mit einer Waffe?

Laut "Fox News" wurden zuerst zwei Männer vor dem Haus verhaftet. Als die Beamten dann reingingen, hätte Rylee ihnen mit einer Schrotflinte gegenübergestanden. Sie sei mehrmals aufgefordert worden, die Waffe herunterzunehmen, allerdings ohne Erfolg.

Als sie das Gewehr schließlich in Richtung eines Polizisten gehalten habe, schossen seine Kollegen auf sie, erklärte Sam Cochran, Mobile County Chief Sheriff. Berichten zufolge gibt es keine Aufnahmen von dem, was sich im Haus abspielte, weil das örtliche Polizeibüro keine Bodycams besitzt.

IT-System fiel angeblich aus

Doch weshalb hielt sich Ann Rylee überhaupt in dem Haus auf? Bekannt ist bislang nur, dass McLeod der Onkel ihres Verlobten, mit dem sie dort wohl zusammenlebt, ist. McLeod selbst sei schon vor Jahren ausgezogen. Die Waffe habe sie zu ihrem Schutz.

Zu dem vermeintlichen "Kommunikationsfehler" sei es gekommen, weil die Beamten vor der Stürmung des Hauses nicht geprüft hätten, ob der Befehl, McLeod zu verhaften, noch in Kraft war. Schuld daran sei ein Ausfall des IT-Systems gewesen. "Hätte die Frau keine Waffe gehabt, wäre die Situation nicht eskaliert", argumentierte Cochran.

Titelfoto: 123rf.com/federicofoto


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