Mobilitäts-Analyse: So sind die Dresdner unterwegs

Dresden - Die Dresdner fahren immer häufiger mit dem Rad. Die Anzahl der Fahrten stieg in fünf Jahren um 70 Prozent auf 362.000 pro Tag. Jeder fünfte Dresdner steigt mittlerweile täglich auf seinen Drahtesel. Überraschend schwach präsentieren sich Bus und Bahn.

Der Verkehr in Dresden wandelt sich: Immer mehr Radler sind unterwegs, der Autoverkehr nimmt ab.
Der Verkehr in Dresden wandelt sich: Immer mehr Radler sind unterwegs, der Autoverkehr nimmt ab.  © Eric Münch

Seit Donnerstag liegen die Daten der neuen Verkehrsbefragung vor.

Für die Planer im Rathaus besonders wichtig ist dabei das Verhältnis der Verkehrsteilnehmer untereinander, der "Modal Spilt".

Die Autofahrer-Armada sank demnach von 39 Prozent (2013) auf aktuell 36 Prozent (2018). Fußgänger bleiben konstant bei 26 Prozent (vorher 27 Prozent).

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Der Anteil der Radler steigt von 12 auf 18 Prozent, der ÖPNV sinkt trotz zahlenmäßig mehr Fahrgästen von 22 Prozent auf 20 Prozent.

Gründe dafür: Beim Schülertransport sind Kapazitätsgrenzen erreicht. "Einige Eltern akzeptieren die gebotene Qualität nicht mehr", so Mirko Rüde von den DVB.

Während der Datenerhebung 2018 gab es zudem viele Schienenbaustellen bei anhaltend gutem Wetter. All das zog die Dresdner aufs Rad.

Die Daten beziehen sich zudem nur auf die Woche, während besonders am Wochenende die Bahnen voller sind.

Mehr Sonnenschein sorgt für bessere Radel-Bedingungen

Tatsächlich sorgten 35 Prozent mehr Sonnenschein als im Befragungszeitraum 2013 bei gleichzeitig 38 Prozent weniger Regen für gute Radel-Bedingungen. Die Folge: Der Radverkehr auf den Elbebrücken verdoppelte sich fast, an den anderen Zählstellen kam ein Drittel obendrauf. So kommen 1,2 Millionen Rad-Kilometer pro Tag zusammen.

Zum Vergleich: Alle Autos legen an einem Tag 3,3 Millionen Kilometer zurück.

Mirko Rüde, DVB-Marktforschungsspezialist, gesteht Schwächen beim Schülertransport ein.
Mirko Rüde, DVB-Marktforschungsspezialist, gesteht Schwächen beim Schülertransport ein.

Dafür braucht die Stadt die Datenflut

Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (43, Grüne) will weiter den Umweltverbund aus Radlern, Fußgängern und ÖPNV ausbauen.
Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (43, Grüne) will weiter den Umweltverbund aus Radlern, Fußgängern und ÖPNV ausbauen.

Die repräsentative "Haushaltsbefragung zur privaten Mobilität" findet seit 1972 alle fünf Jahre statt. Vergleichbare Umfragen gibt es mittlerweile fast bundesweit. Die Kosten von 100 000 Euro teilen sich Stadt und DVB.

3230 Personen in Dresden, 6500 im Umland wurden meist am Telefon zu ihrem Mobilitätsverhalten an einem von 101 mittleren Werktagen befragt.

Unter anderem wurden Wegeinformationen zu Ziel, Dauer, Länge, Verkehrsmittel und Zweck erfasst.

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Die Bedeutung für die Stadt ist enorm. Zum einen werden bisherige Verkehrsschätzungen verifiziert.

Zum anderem fließen die Daten in neue Prognosen ein, die dann unter anderem darüber entscheiden, ob eine Autospur wegfallen kann, ob ein Radweg entsteht oder ob groß ausgebaut werden muss.

Titelfoto: Eric Münch

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