Mobilitäts-Offensive: So einfach kommt ihr bald ohne eigenes Auto durch Dresden

Dresden - Einsteigen, aufsteigen, umsteigen: Mit einer großen Initiative macht es die Stadt den Dresdnern jetzt ganz leicht, auch ohne eigenes Auto fix und bequem durch die City zu kommen.

Die DVB-Mitarbeiter Julia Keller (30) und Martin Gawalek (41) an Dresdens erstem "Mobipunkt" am Pirnaischen Platz. 75 weitere schwarz-gelbe Mobilitäts-Drehkreuze soll es bald in der ganzen Stadt geben.
Die DVB-Mitarbeiter Julia Keller (30) und Martin Gawalek (41) an Dresdens erstem "Mobipunkt" am Pirnaischen Platz. 75 weitere schwarz-gelbe Mobilitäts-Drehkreuze soll es bald in der ganzen Stadt geben.  © Thomas Türpe

Das Rathaus richtet im ganzen Stadtgebiet verteilt 76 "Mobipunkte" ein.

Dort finden Dresdner jeweils Anschluss für Busse und Bahnen, aber auch Leihräder, "teilAutos", Ladestationen für E-Mobile.

Selbst Luftpumpen sind dort zu haben, falls einem Reifen die Puste ausgegangen ist. Gestern wurde der erste Mobipunkt am Pirnaischen Platz in Betrieb genommen.

Hinter der klimafreundlichen Mobilitäts-Offensive steht eine Allianz aus vielen Partnern, darunter DVB (federführend), Drewag, "teilAuto" und Stadtverwaltung.

"Unser Ziel ist es, die private Kfz-Motorisierung und -Nutzung zu senken, um Lärm, Platzbedarf und Luftverschmutzung zu verringern", sagt Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (41, Grüne).

"Wir wollen motivieren, anderes zu wagen." Heißt: Das Auto stehen zu lassen!

Im nächsten Jahr sollen alle Services gebündelt mit einer Karte nutzbar sein, auch eine App für Smartphones ist in der Mache.
Im nächsten Jahr sollen alle Services gebündelt mit einer Karte nutzbar sein, auch eine App für Smartphones ist in der Mache.  © Thomas Türpe

Am ersten "Mobipunkt" am Pirnaischen Platz (kostete 345.000 Euro) warten nun neben Bussen und Bahnen auch zwölf Leihräder von "sz-bike".

Kunden können aufsatteln und das Rad am Zielort in der Innenstadt einfach stehen lassen. "teilAuto" bietet vier Leihwagen (davon zwei E-Autos mit 200 bis 250 Kilometer Reichweite) an, die nach Nutzung zur Station zurückgefahren werden müssen.

Die Drewag hat zwei E-Zapfsäulen mit vier Ladepunkten errichtet. Davon sind drei schnellladefähig (80 Prozent "aufgetankt" in 20 Minuten), dazu gibt's eine Ladestation für E-Bikes und Fahrradpumpe.

Praktisch: "Alle Angebote sollen im nächsten Jahr über eine Smartphone-App gebündelt und nutzbar gemacht werden", sagt DVB-Chef Andreas Hemmersbach (50).

Ab Frühsommer 2019 sollen die nächsten "Mobipunkte" am Fetscher-, Wasa-, Trachenberger Platz, Haltepunkt Mickten und Bahnhof Mitte eröffnet werden.

Insgesamt sind in den nächsten Jahren 76 Drehkreuze im ganzen Stadtgebiet geplant, investiert werden mehrere Millionen Euro.

Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (41, Grüne) auf einem der Fahrräder, die es an jedem "Mobipunkt" gibt. Auch Mietwagen und E-Zapfsäulen sind verfügbar.
Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (41, Grüne) auf einem der Fahrräder, die es an jedem "Mobipunkt" gibt. Auch Mietwagen und E-Zapfsäulen sind verfügbar.  © Thomas Türpe