Moderne Sklaverei: Mann zwingt Junkies, Bar in seinen Garten zu bauen

Redbridge Hollow/England - Michael Joyce (60) wurde wegen Zwangsarbeit und Ausbeutung angeklagt. Er bestreitet allerdings, seine beiden Opfer in die moderne Sklaverei gedrängt zu haben.

Der Sohn Thadie Joyce des Barbesitzers in "The Dons Bar".
Der Sohn Thadie Joyce des Barbesitzers in "The Dons Bar".  © Screenshot/Facebook/Thadie Joyce

Zwischen dem 1. April 2016 und dem 30. Januar 2018 soll er die beiden Opfer Paul West und Paul Gilding in Angst und Schrecken versetzt haben, um sie so gefügig zu machen und zu versklaven. Was ihm auch gelang.

Innerhalb von nur elf Wochen bauten die beiden heroinabhängigen Männer ihrem "Bossman" eine Bar "The Dons Bar" in den Garten. Nein, keine Hütte oder Ähnliches. Eine richtige funktionsfähige Bar mit Pooltisch, Tresen, Zigarettenautomat, Zapfanlage und allem, was dazu gehört.

Natürlich ohne Bezahlung. Die beiden Opfer des Barbesitzers sollen laut eigener Aussage furchtbare Angst vor dem Mann gehabt haben, der sie schlug und schikanierte. Das einzige was sie als "Lohn" erhielten, waren Zigaretten und Haschisch, wie der "Mirror" berichtet.

Für seine Heroinabhängigen "Sklaven" muss die Arbeit die Hölle gewesen sein, sie erstarrten geradezu vor ihm, solche Angst hatten die beiden Schutzlosen.

"Bossman" bezahlte den Schuss, damit die Junkies zur Arbeit fähig waren

Michael Joyce (60) ist wegen mehrerer Fälle von moderner Sklaverei angeklagt.
Michael Joyce (60) ist wegen mehrerer Fälle von moderner Sklaverei angeklagt.  © Screenshot/Twitter/BBC

Eines der Opfer sagte aus, dass Michael Joyce oder besser gesagt "Bossman", so hatten die Arbeiter ihn zu nennen, ihm und seiner Familie gedroht habe.

Außerdem müsse er dem 60-Jährigen 16.000 Pfund (etwa 17.500 Euro) in Raten zahlen. "Du sagst nicht nein zu Michael Joyce", so das Opfer. "Mein Leben mit den Joyces war die Hölle. Ich habe mich immer in den Schlaf geweint. Es war von Tag zu Tag ein ständiger Kampf".

Sie bekamen entweder 10 Pfund (10,92 Euro) am Tag oder einen Beutel Tabak. Oft sollen sie für einen Tag Arbeit, aber auch einfach nichts bekommen haben.

Eines der beiden Opfer sagte aus, dass er jeden Tag für seine Dosis Heroin 3 Meilen (etwa 4,83 km) gefahren sei. Joyce soll den Schuss bezahlt haben. Vermutlich, um ihn noch mehr von sich abhängig zu machen und damit der noch mehr arbeiten kann. Mit Entzugserscheinungen wäre das wohl nicht möglich gewesen.

Joyce bestreitet die Taten, die ihm vorgeworfen werden. Er behauptet, er hätte die beiden Männer als Freunde betrachtet und sie ganz regulär für ihre Arbeit bezahlt.

Richter Ian Pringle hat die Urteilsverkündung für den 6. August angesetzt, ist sich jedoch sicher, dass Joyce schuldig ist. Wie hoch das Strafmaß ist, wird sich dann zeigen.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0