Moderne Technik für mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Deutschland - Im Jahr 2018 ist die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Während weniger Pkw-Insassen und Fußgänger starben, kamen deutlich mehr Fahrradfahrer ums Leben. Um für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu sorgen, gibt es vielerorts verstärkte Präventionsmaßnahmen.

Doch auch innovative Software und zunehmend intelligente Assistenzsysteme sollen dabei helfen, Unfälle zu verhindern.

Laut ADAC wurden im Jahr 2018 insgesamt 2,63 Millionen Unfälle von der Polizei erfasst. 399.293 Menschen verunglückten (zum Vergleich: 2017 waren es 393.492), 3.275 Menschen starben dabei (2017: 3.180). Besonders hoch und besorgniserregend ist die Zahl der Fahrradtoten, die um 16,5 Prozent auf 445 Tote anstieg. Innovative Technik soll nun dazu beitragen, diese traurigen Zahlen zu senken.

Unternehmen nutzen GPS-Ortungssysteme, um die Effizienz und Sicherheit ihrer Fuhrparks zu verbessern.
Unternehmen nutzen GPS-Ortungssysteme, um die Effizienz und Sicherheit ihrer Fuhrparks zu verbessern.

Fahrassistenzsysteme für mehr Sicherheit

Um die Sicherheit im Straßenverkehr zu verbessern, kommt es nicht nur auf aufmerksamere Fahrer, sondern auch darauf an, dass die Fahrzeuge besser mit elektronischen Hilfen ausgestattet sind.

So unterstützen spezielle Fahrassistenzsysteme die Autofahrer unter anderem mit Regensensoren, Rückfahrkameras, Reifendrucksensoren, Tempomat, Müdigkeitserkenner, Einparkhilfe, Verkehrszeichenerkennung und vielem mehr.

Meist geschehen Unfälle aus Unachtsamkeit - die Technik beugt dem effektiv vor, auch wenn Fahrer zum Beispiel unter Stress oder Termindruck stehen.

Auch Unternehmen, etwa aus der Logistikbranche, greifen vermehrt auf zuverlässige Software zurück, um die Sicherheit ihrer Mitarbeiter, die auf den Straßen unterwegs sind, zu gewährleisten. Mithilfe von mobilen Managern wie der GPS-Ortungs-App von Verizon Connect lässt sich außer der Sicherheit auch die Effizienz von Fuhrparks verbessern.

Die Software erstellt unter anderem Berichte zu verschiedenen Diagnosefehlercodes, elektrischen Fehlern oder Überhitzung. Defekte werden so schneller erkannt und Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen, bevor sie zum Risiko auf der Straße werden.

Das Förderprogramm für die freiwillige Ausrüstung von Lkw und Bussen mit Abbiegeassistenzsystemen soll für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen.
Das Förderprogramm für die freiwillige Ausrüstung von Lkw und Bussen mit Abbiegeassistenzsystemen soll für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen.

Müdigkeitserkenner

Ein weiteres nützliches Fahrassistenzsystem ist der Müdigkeitserkenner, der einen aufmerksamen Beifahrer ersetzen soll. Das Assistenzsystem analysiert das Lenkverhalten des Fahrzeugführers zusammen mit dem Spurwechselassistenten.

Ein Zeichen für Müdigkeit und nachlassende Konzentration ist zum Beispiel, wenn der Fahrer plötzlich korrigieren muss, um in der Spur zu bleiben. Das System berechnet anhand solcher Reaktionen in Verbindung mit Daten wie Geschwindigkeit, Tageszeit und Blinkverhalten, ob der Fahrer zu müde ist, um weiterzufahren.

Entweder ertönt dann ein akustisches Signal, es taucht ein Symbol auf dem Display auf oder das Lenkrad vibriert.

Sekundenschlaf soll dank Müdigkeitserkennern in Zukunft vermieden werden.
Sekundenschlaf soll dank Müdigkeitserkennern in Zukunft vermieden werden.

Förderprogramm für Abbiegeassistent

Die Unfallzahlen sind vor allem bei Radfahrern extrem gestiegen. Besonders durch Lkw kommt es immer häufiger zu schrecklichen Unfällen, da die Fahrer beim Abbiegen Schwierigkeiten haben, Fahrradfahrer oder auch Fußgänger rechtzeitig zu sehen.

Abbiege-Assistenzsysteme können solche Unfälle verhindern. Eine EU-weite Regelung, die den Einbau solcher Assistenzsysteme verpflichtend machen soll, tritt allerdings erst 2024 in Kraft. Das Bundesverkehrsministerium möchte jedoch aus gutem Grund Anreize für Unternehmen schaffen, bereits jetzt ihre Lkw mit Abbiegesystemen auszustatten.

Seit Anfang 2019 haben Unternehmen deshalb die Möglichkeit, eine Förderung für Nutzfahrzeuge ab 3,5 Tonnen beim Bundesamt für Güterverkehr zu beantragen. Das Programm soll mit einem jährlichen Fördervolumen von fünf Millionen Euro bis 2024 laufen.

Das Bundesamt erstattet dabei bis zu 80 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben.Dieses Förderprogramm gilt als wichtiger Schritt zu mehr Sicherheit auf den Straßen. Dennoch müssen sich Fahrer bewusst sein, dass solche Assistenzsysteme nur als Ergänzung zum aufmerksamen Abbiegen genutzt werden sollen.

Denn erstens ist auch Technik nicht unfehlbar und zweitens sind letztlich immer Menschen dafür verantwortlich, sie richtig einzusetzen und auf andere Verkehrsteilnehmer Rücksicht zu nehmen.Fazit: Fahrzeugassistenten sind wichtig, um die Straßen sicherer zu machen. Trotzdem sollten Fahrzeugführer sich nicht allein auf die Technik verlassen, sondern diese als Mittel sehen, das ihnen unterstützend zur Seite steht.

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