Missbrauch im Fußball-Fanzug: Gesteht der Verdächtige heute Vergewaltigung?

Mönchengladbach/Flörsheim - Nach dem mutmaßlichen sexuellen Missbrauch einer 19-Jährigen in einem Zug voller Fußballfans soll der Tatverdächtige im Laufe des Tages befragt werden.

Nach dem Notruf der Eltern durchsuchten die Beamten der Polizei mehrere Züge.
Nach dem Notruf der Eltern durchsuchten die Beamten der Polizei mehrere Züge.  © DPA/Hans-Peter Reichartz

"Wir wissen nicht, wie er aussagt, aber er hat ja gesagt, dass er sich äußern will", sagte ein Polizeisprecher am Dienstagmorgen. Der 30-Jährige, bei dem es sich laut Bild um den Deutsch-Polen Arkadius W. handeln soll, soll eine 19-Jährige in einem Zug voller Fußballfans auf der Rückreise vom Spiel Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach sexuell missbraucht haben (TAG24 berichtete).

Er hatte sich am Montag freiwillig in einer Haftanstalt in Nordrhein-Westfalen gemeldet, um wegen einer anderen Straftat eine mehrmonatige Freiheitsstrafe anzutreten (TAG24 berichtete). Laut Informationen der Bild, habe er über seine Anwälte mitteilen lassen, dass er sich auch zu den Vorfällen im Fan-Zug einlassen wolle. Der Polizei ist der Verdächtige aufgrund mehrerer Gewaltdelikte bereits seit Längerem bekannt.

Trotz eines von einem Ordner angefertigten Fotos des mutmaßlichen Täters konnte dieser nicht auf Anhieb erkannt werden. Der Grund: "Bevor er in Gladbach ausstieg, zog er sich um, setzte eine Brille auf, sah anders aus als auf dem Foto", berichtete ein Ermittler der Bild weiter.

Die 19-Jährige aus Bonn konnte laut Polizei inzwischen als Zeugin vernommen werden. Sie hatte ihren mutmaßlichen Peiniger in der Nacht zum Sonntag im sogenannten Tanzwagen des Sonderzuges kennengelernt. Nach der Tat hatte die junge Frau per Handy ihre Eltern verständigt, die wiederum die Polizei riefen.

Die 19-Jährige war am frühen Sonntagmorgen von der Polizei im hessischen Flörsheim am Bahnhof in Empfang genommen und in eine Wiesbadener Klinik gebracht worden.

Update 12.30 Uhr: Im Fall des sexuellen Missbrauchs in einem Sonderzug für Fußballfans verzögert sich die Vernehmung des Tatverdächtigen. Entgegen der ursprünglichen Planung sei am Dienstag kein Termin mit dem Anwalt des Verdächtigen gefunden worden, sagte ein Sprecher der Polizei Mönchengladbach.

Das mutmaßliche Opfer wurde von der Polizei am Bahnhof in Flörsheim in Empfang genommen.
Das mutmaßliche Opfer wurde von der Polizei am Bahnhof in Flörsheim in Empfang genommen.  © dpa/Fabian Sommer

Titelfoto: DPA/Hans-Peter Reichartz/Fabian Sommer


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