Muslime rufen wegen dieses Schranks zum Boykott gegen Real auf

Real verkaufte in seinem Online-Shop Waschbeckenunterschränke im Moschee-Design.
Real verkaufte in seinem Online-Shop Waschbeckenunterschränke im Moschee-Design.  © DPA

Mönchengladbach - Riesen Ärger für die Warenhauskette Real. Weil im Online-Shop des Marktes Waschbeckenunterschränke im Moschee-Design verkauft wurden, liefen Muslime Sturm.

Ein Exemplar zeigt die berühmte Sultan-Ahmed-Moschee in Istanbul, ein anderes eine Moschee in Abu Dhabi. Für 74,95 Euro konnten Kunden die Schränke erwerben. Auf Facebook beschwerte sich daraufhin eine Userin.

Sie schrieb: "Nach unserem Glauben ist das Badezimmer ein 'unreiner Ort' und demnach hat dort das Abbild einer Moschee nichts verloren, denn die Moschee ist für den Muslimen ein Heiliger Ort."

Viel Zuspruch erhielt die Frau unter ihrem Foto nicht. "Niemand zwingt Sie den Schrank zu kaufen. Wozu also die Aufregung?", schrieb ein User, ein anderer ergänzt: "Ich denke, Deutschland hat wichtigeres auf der Agenda als Badezimmer Möbel mit orientalischem Print.." Auch Beleidigungen für ihre Kritik muss sich die Frau gefallen lassen.

Von anderen Muslimen bekam die Muslimin aber viel Zuspruch. Wie das "Deutsch Türkische Journal" (DTJ) berichtet, soll sogar zum Boykott der Supermarktkette aufgerufen worden sein.

Auch dieser Schrank mit der Sultan-Ahmed-Moschee in Istanbul wurde angeboten.
Auch dieser Schrank mit der Sultan-Ahmed-Moschee in Istanbul wurde angeboten.  © screenshot/amazon

Viel krasser als das, sind die Drohungen gegen den Markt. "Der Westen" berichtet, unter Berufung auf die Polizei, dass "dutzende Unmutsbekundungen" gegen den Markt eingegangen sein. Auch zwei Drohungen wurden ausgesprochen. "Es ging ihnen darum, dass der Waschtisch so nah am WC aufgebaut würde, und sich somit das Bild der Moschee an einem unreinen Ort befände", so eine Sprecherin.

Real erklärte auf Anfrage des DTJ, dass in ihrem Online-Shop auch Drittanbieter ihre Ware verkaufen können. Die Waschbeckenunterschränke kommen also somit nicht direkt von der Warenhauskette. Die über Dritte angebotene Ware entspreche aber "allen gesetzlichen Anforderungen", so ein Sprecher.

Der Anbieter, der seine Ware ebenfalls bei eBay und Amazon verkauft, hat die beiden Moschee-Schränke nun aus dem Sortiment in allen Online-Shops genommen. Andere Motiven, beispielsweise das Brandenburger Tor oder die Londoner Skyline, sind aber immer noch zu haben.

Erst vor kurzem bekam der Discounter Lidl einen religiösen Shitstorm ab. Während der Themenwoche "Griechenland" verkaufte das Unternehmen unter der Eigenmarke Eridanous die Auberginen-Lasagne "Moussaka" (TAG24 berichtete).

Auf der Verpackung war die schöne Kulisse der Insel Santorin zu sehen. Grafiker retuschierten aber jegliche Kreuze von den Häusern.


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