Mörderische Fragen an Dresden-"Tatort"-Autor

Autor Ralf Husmann (52, li.) hat sich den Mord im Volksmusik-Milieu ausgedacht.
Autor Ralf Husmann (52, li.) hat sich den Mord im Volksmusik-Milieu ausgedacht.

Von Katrin Koch

Dresden - Sonntag ist Krimitag - nach 15 Jahren Pause wird beim ersten Dresden-„Tatort“ wieder gemordet. Die Story um den getöteten Volksmusikstar Toni stammt aus der Feder von Autor Ralf Husmann (52, „Stromberg“). Fünf mörderische Fragen an ihn:

Warum spielt der Krimi in der Volksmusik-Szene?

Ralf Husmann: „Sie bildet vielleicht den größtmöglichen Kontrast zu Brutalität, Blut, Gewalt und Leichen. Das hat mich gereizt. Und der MDR steht ja auch für Schunkel-Shows.“

Warum geht es um schwule Volksmusiker?

„Volksmusik und Schlagerwelt sind eine der wenigen Arenen, wo Schwulsein noch ein Thema ist. Es gibt wenige, offen schwule Volksmusiker. Ich glaube, das wäre problematisch für viele Fans. Das heile Stück Welt ist ein Verkaufsargument.“

Haben Sie die Schlagertexte selbst geschrieben?

„Mir war wichtig, dass wir keine Parodie oder Verarsche der Schlagermusik machen, sondern dass wir versuchen, so nah wie möglich an Volksmusik heranzukommen. Das Sachsenlied hat, denke ich, Ohrwurm-Potenzial.“

Wo sehen Sie Ihren Film in der großen „Tatort“-Familie?

„Wir haben versucht, einen humorvolleren Tatort zu machen, ohne die Kollegen aus Münster rechts überholen zu wollen. Mir war wichtig, dass man Gewalt und das Brutale des Films ernst nehmen kann - andererseits ironische und lustige Elemente drin sind.“

Was ist das besondere am weiblichen Ermittlerteam?

„Es sind normale, durchschnittliche Frauen, die normale, durchschnittliche Probleme haben - und ein Privatleben. Die wollen auch mal nach Hause, die wollen auch mal Feierabend haben.“

Fotos: dpa/Arno Burgi, MDR/Andreas Wünschirs


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