"Mogelpackung des Monats": Verbraucherzentrale kritisiert Rama für neue Margarine

Hamburg - "Unser Meisterstück" heißt die neue Margarine der Marke "Rama", doch so ganz meisterlich kommt sie gar nicht daher. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat die Margarine zur "Mogelpackung des Monats" gekürt.

Margarine liegt streichfertig auf einem Teller.
Margarine liegt streichfertig auf einem Teller.  © 123RF/Stephen Gibson

Der Grund: Die Zusammensetzung soll alles andere als neu sein.

Laut Verbraucherzentrale ist die Zutatenliste von Ramas "Unser Meisterstück" identisch mit der früheren Sorte der Buttermilch von Rama, die seit kurzer Zeit aus den Regalen verschwunden ist.

"Wir glauben, dass Upfield (so heißt das Unternehmen, das hinter Rama steckt) einfach einer alte Rama-Sorte einen neuen Namen und sie in eine neue Verpackung gesteckt hat, um sie deutlich teurer verkaufen zu können", erklärte die Verbraucherzentrale Hamburg in ihrer Mitteilung.

Denn statt der bisher üblichen 500 Gramm findet der Kunde im Kühlregal nur noch eine 350-Gramm-Version. Doch wer jetzt dachte, weniger Inhalt bedeute auch weniger Geld, irrt sich.

1,79 Euro wird für "Unser Meisterstück" nun verlangt. Den gleichen Preis zahlten die Kunden zuvor auch für die Rama-Buttermilch, in der allerdings 150 Gramm mehr waren. Das macht einen Aufschlag von sage und schreibe 43 Prozent.

Das Unternehmen Upfield ließ sich nicht lange bitten und reagierte auf die Kritik gegen ihr Produkt. "Durch die hochwertigere Rezeptur hat das Produkt eine höhere unverbindliche Preisempfehlung. Sie ist unsere Premium-Margarine, eben unser Meisterstück", lautet die einfache Erklärung des Herstellers.

Nicht der erste Vorfall bei Hersteller Upfield

Die Verbraucherzentrale verglich die Margarine "Unser Meisterstück" mit der Rama mit Buttermilch.
Die Verbraucherzentrale verglich die Margarine "Unser Meisterstück" mit der Rama mit Buttermilch.  © Verbraucher-Zentrale Hamburg

Doch auch dem hatte die Verbraucherzentrale etwas entgegen zu setzen. Denn an erster Stelle steht das Palmfett. Erst auf Nachfrage teilte Upfield mit, dass der Anteil bei 48 Prozent liege.

"Jede Menge für eine Zutat, die wegen vieler gesättigter Fettsäuren und der Abholzung von Regenwald zur Plantagengewinnung immer wieder in der Kritik steht", erklärte die Verbraucherzentrale.

Als Vergleich wurde eine Zahl aus dem Jahr 2017 genannt. Die klassische Rama enthielt damals nur 24 Prozent Palmfett.

Zudem ist der Anteil am wertvollen Rapsöl mit nur 32 Prozent überschaubar. Auch hier lag er bei der klassischen Rama schon einmal bereits bei 46 Prozent.

Laut Verbraucherzentrale enthalte Rapsöl viele wertvolle ungesättigte Fettsäuren, sei im Einkauf aber deutlich teurer als Palmöl. Das Unternehmen spart also an Kosten der Rohstoffe.

Wie ebenfalls bekannt wurde, wies die Verbraucherzentrale bereits im Mai 2019 auf eine versteckte Preiserhöhung bei einer Qualitätsverschlechterung im Hause Upfield hin. Bei dem Milchstreichfett "Botterram" wurde der Anteil von Butter und Rapsöl drastisch verringert, gleichzeitig der Palmöl-Anteil aber verdoppelt. Zudem schrumpfte die Füllmenge von 250 auf 225 Gramm.

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